Mordfall Fabian: Alibi des Vaters erneut im Fokus

Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian am Landgericht Rostock rückt heute erneut das Alibi des Vaters in den Mittelpunkt. Bereits an zwei früheren Prozesstagen hatte Matthias R. vor Gericht ausgesagt und erklären müssen, wo er sich am 10. Oktober, dem Tag von Fabians Verschwinden, aufgehalten haben will.
Nach seiner Darstellung habe er an diesem Tag gearbeitet. Zwischendurch soll er seinen Arbeitsplatz jedoch für mehrere Stunden verlassen haben. Unter anderem habe er sich mit einem Förster im Wald treffen wollen, der ihm zeigen sollte, wo er Holz machen könne. Genau diese Angaben wurden im Verfahren bereits mehrfach thematisiert und werfen weiterhin Fragen auf.
Am heutigen Prozesstag soll nun eine Polizeibeamtin aussagen, die das Alibi des Vaters überprüft hat. Sie hatte Matthias R. zu seinen Angaben befragt und soll dem Gericht schildern, welche Erkenntnisse sich aus dieser Überprüfung ergeben haben. Von ihrer Aussage könnten sich wichtige Hinweise darauf ergeben, ob die zeitlichen Abläufe nachvollziehbar sind oder ob es weiterhin Widersprüche gibt.
Neben der Beamtin sollen auch Mitarbeiter des Jugendclubs aussagen, den Fabian regelmäßig besucht haben soll. Ihre Aussagen könnten helfen, mehr über den Alltag des Jungen, seine Kontakte und möglicherweise auch über die Zeit vor seinem Verschwinden zu erfahren.
Außerdem werden zwei Bürger erwartet, die Beobachtungen zu Fahrzeugen gemacht haben sollen. Solche Aussagen können in einem Indizienprozess von Bedeutung sein, vor allem wenn sie sich mit anderen Spuren oder Zeitangaben abgleichen lassen.
Auch Fabians Großmutter väterlicherseits soll vor Gericht gehört werden. Ihre Aussage könnte weitere Einblicke in das familiäre Umfeld des Jungen geben.
Der Prozesstag dürfte damit erneut mehrere zentrale Fragen berühren: Wie belastbar ist das Alibi des Vaters? Welche Rolle spielten Fabians tägliche Wege und Kontakte? Und welche Beobachtungen könnten helfen, den Tag seines Verschwindens genauer zu rekonstruieren?



