Mordprozess um Fabian: Aussage der Großmutter sorgt für neue Fragen
Am fünften Verhandlungstag im Mordprozess um den Tod des jungen Fabian stand die Aussage seiner Großmutter im Mittelpunkt. Ihre Angaben vor Gericht sowie eine spätere Bemerkung außerhalb des Sitzungssaals sorgten für großes Aufsehen und könnten für den weiteren Prozessverlauf von Bedeutung sein.
Die Zeugin erklärte, sie habe in der Beziehung zwischen ihrem Sohn Matthias R. und der Angeklagten Gina H. keine auffälligen Konflikte wahrgenommen. Vieles könne sie heute jedoch nicht mehr genau erinnern. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft stehen diese Aussagen teilweise im Widerspruch zu früheren Erkenntnissen. Gegen Matthias R. wird bereits wegen des Verdachts der Falschaussage ermittelt. Die Ermittler prüfen zudem, ob es Hinweise auf eine mögliche Beeinflussung von Zeugenaussagen gibt.

Besonders aufmerksam wurde ein Satz verfolgt, den die Großmutter nach ihrer Vernehmung gegenüber Medienvertretern äußerte. Auf die Frage nach ihrem Befinden sagte sie: „Ich will nicht wissen, was passiert ist.“ Diese Aussage löste sowohl im Gericht als auch bei Prozessbeobachtern zahlreiche Reaktionen aus, da sie Fragen über die Haltung der Familie zum Geschehen aufwarf.
Ebenfalls Thema des Verhandlungstags waren frühere Aussagen der Angeklagten Gina H. Demnach soll sie behauptet haben, Matthias R. habe Fabian geschlagen und zeitweise in einem Zimmer eingesperrt. Außerdem habe er sie selbst einmal eine Treppe hinuntergestoßen. Ob diese Vorwürfe zutreffen, ist Gegenstand der laufenden Beweisaufnahme.
Darüber hinaus berichteten mehrere Zeugen, am Tag des Verschwindens den Pickup der Angeklagten in der Nähe von Fabians Wohnung gesehen zu haben. Nach ihren Aussagen soll sich das Fahrzeug gegen 10.45 Uhr in der Schweriner Straße befunden haben. Die Verteidigung stellte die Glaubwürdigkeit dieser Beobachtungen infrage.
Der Mordprozess wird in den kommenden Verhandlungstagen mit weiteren Zeugenvernehmungen sowie der Auswertung technischer Beweismittel fortgesetzt. Ein Urteil ist bislang nicht in Sicht.



