München/Dortmund – Die Gerüchteküche in der Bundesliga brodelt: Luis Díaz’ Zukunft beim FC Bayern steht überraschend auf dem Prüfstand, während Borussia Dortmund einen entscheidenden Durchbruch bei der Verpflichtung von Konstantinos Karzas vermeldet. Parallel dazu arbeiten Leverkusen, Frankfurt und Schalke an weiteren Personalien. Ein Überblick über die heiße Transferphase.
Der kolumbianische Nationalspieler Luis Díaz, erst im vergangenen Sommer für 70 Millionen Euro vom FC Liverpool nach München gewechselt, könnte den deutschen Rekordmeister bereits nach einer Saison wieder verlassen. Der saudi-arabische Spitzenklub Al-Hilal hat laut übereinstimmenden Medienberichten konkrete Verhandlungen aufgenommen und bereitet ein erstes Angebot vor – ebenfalls in Höhe von mindestens 70 Millionen Euro. Dem kolumbianischen Flügelstürmer soll zudem ein Nettogehalt von 25 Millionen Euro pro Jahr offeriert werden.
Die Münchner Klubführung betont dagegen intern klar, dass man Díaz nicht verkaufen möchte. Der 29-Jährige besitzt in München noch einen Vertrag bis 2029. Dennoch zeigen sich die Verantwortlichen nun mit einer neuen Strategie: Offensivtalent Arijon Ibrahimovic, der von seiner Leihe zum 1.
FC Heidenheim zurückgekehrt ist, wird fest im Profikader eingeplant. Trainer Vincent Kompany sieht den 20-Jährigen als direkten Backup für Díaz auf dem linken Flügel.
Borussia Dortmund hat derweil den nächsten Sommertransfer so gut wie unter Dach und Fach. Nach Informationen von Sky Sport haben sich der BVB und der belgische Erstligist KRC Genk mündlich auf eine Ablösesumme von rund 32 Millionen Euro für den offensiven Mittelfeldspieler Konstantinos Karzas geeinigt. Das Gesamtpaket könnte sogar auf 33 Millionen Euro anwachsen, inklusive einer Weiterverkaufsbeteiligung für Genk.
Damit würde der griechische Nationalspieler zum teuersten Verkauf in der Geschichte von Genk und zugleich zu einer der teuersten Verpflichtungen der Dortmunder Vereinsgeschichte. Sportdirektor Oliver Bock reiste persönlich nach Genk, um die Verhandlungen mit seinem Amtskollegen Dimitri de Condé zu führen – mit Erfolg. Trotz Interesses des AC Mailand soll Karzas nun einen Vertrag bis 2031 in Dortmund unterschreiben.
Parallel zu diesen beiden großen Personalien arbeitet Bayer Leverkusen weiter an der Verstärkung seiner Defensive. Der argentinische Nationalspieler Facundo Medina steht im Fokus. Der 26-Jährige, der sowohl als Innenverteidiger als auch auf der linken Seite eingesetzt werden kann, machte bei der WM 2024 auf sich aufmerksam – trotz der Finalniederlage Argentiniens gegen Spanien.
Berichten zufolge befinden sich Leverkusen und Olympique Marseille bereits in Gesprächen über einen möglichen Transfer.
Marseille hatte Medina zunächst für zwei Millionen Euro von RC Lens geliehen und die Kaufoption über 20 Millionen Euro aktiviert. Der französische Klub möchte bei einem Verkauf mindestens diese Summe wieder einspielen, idealerweise mit Gewinn. Die finanziellen Rahmenbedingungen prüft Leverkusen derzeit genau.
Eine Einigung wurde noch nicht erzielt.
Eintracht Frankfurt treibt ebenfalls seine Defensivplanungen voran. Wie Sky berichtet, hat sich die Frankfurter Eintracht mit dem portugiesischen Erstligisten Estrella Amadora auf den Transfer des brasilianischen Talents Otavio geeinigt. Der 20-jährige Innenverteidiger soll einen Vertrag bis 2031 unterschreiben.
Die Ablösesumme inklusive Bonuszahlungen beläuft sich auf rund 4,5 Millionen Euro.
Otavio steht bei Estrella Amadora noch bis 2029 unter Vertrag, doch nach der Einigung aller Beteiligten steht einem Wechsel in die Bundesliga offenbar nichts mehr im Weg. Die Hessen verstärken damit ihre Abwehr langfristig und setzen auf ein vielversprechendes Talent aus Südamerika.
Die Spekulationen um einen Wechsel von Side Elmala zu Borussia Dortmund nehmen ebenfalls weiter zu. Laut Bild ist der BVB sehr optimistisch, den Transfer des deutschen U21-Nationalspielers in den kommenden Tagen abzuschließen. Dort, wo er auch auf dem Flügel einsetzbar ist, bietet Dortmund dem 18-Jährigen einen Vertrag bis 2031 an.
Der 1. FC Köln fordert für Elmala jedoch weiterhin 50 Millionen Euro. Dortmund soll zuletzt ein Angebot in Höhe von 44 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen abgegeben haben.
Eine Einigung steht noch aus, das Verhältnis zwischen beiden Clubs gilt als angespannt. Dennoch wartet der BVB auf die offizielle Antwort der Kölner und bleibt optimistisch.
Schalke 04 hat mit der ablösefreien Verpflichtung von Maximilian Wöber einen wichtigen Transfer abgeschlossen. Wie der Kicker berichtet, hat Schalke einen leistungsbezogenen Vertrag ausgearbeitet, der die Verletzungshistorie des österreichischen Verteidigers berücksichtigt. Der zunächst auf ein Jahr ausgelegte Vertrag verlängert sich automatisch, sobald Wöber eine festgelegte Anzahl von Pflichtspielen absolviert.
Da Wöber seinen Vertrag bei Leeds United einvernehmlich aufgelöst hatte, musste Schalke keine Ablösesumme zahlen. Der österreichische Nationalspieler soll im Zuge der Vertragsauflösung zudem eine Abfindung von Leeds erhalten haben, was den ablösefreien Wechsel nach Gelsenkirchen zusätzlich erleichterte. Intern wird der Deal als hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Bundesliga auch in diesem Sommer weiterhin ein heißer Markt bleibt. Während die Bayern um Díaz bangen, aber mit Ibrahimovic einen Plan B haben, sichert sich Dortmund mit Karzas einen hochtalentierten Mittelfeldspieler. Leverkusen und Frankfurt arbeiten zielstrebig an ihren Defensiven, und Schalke nutzt die Gelegenheit für einen erfahrenen, ablösefreien Transfer.
Die nächsten Tage werden entscheidend sein: Werden die Angebote für Díaz erhöht? Gelingt der BVB-Durchbruch bei Karzas endgültig? Und findet Leverkusen eine Einigung mit Marseille?
Die Transferphase ist noch lange nicht vorbei.



