München – Im sommerlichen Transfergeplänkel der Bundesliga gibt es eine Reihe von brisanten Wendungen, die die Gerüchteküche zum Überkochen bringen. An der Spitze der Nachrichten steht eine kuriose Episode beim FC Bayern: Offensivstar Michael Olise hat ein Angebot des Rekordmeisters abgelehnt – allerdings nicht etwa einen Wechsel zu einem anderen Klub, sondern die frei gewordene Rückennummer 11. Der Franzose, der nach dem Abgang von Niklas Süle eine Option auf die prestigeträchtige Zahl hatte, entschied sich überraschend dafür, seine gewohnte Nummer 17 zu behalten.
Sportvorstand Max Eber bestätigte den Vorgang am Rande der Vorstellung von Neuzugang Brown, der künftig die 11 tragen wird. „Michael fühlt sich mit seiner Nummer wohl, das respektieren wir“, erklärte Eber knapp. Der Schritt zeigt, wie sehr selbst kleine Details im milliardenschweren Millieu der Königsklasse zum Politikum werden können.
Parallel dazu zeichnet sich beim DFB ein echter Paradigmenwechsel ab. Jürgen Klopp, der offiziell erst im August seine Tätigkeit als Bundestrainer aufnimmt, arbeitet bereits im Hintergrund an einem radikalen Umbruch. Nach Informationen aus dem Umfeld des Nationalteams plant der 56-Jährige ein taktisches Konzept, das frappierend an den Spielstil des FC Bayern unter Thomas Tuchel erinnert.
Konkret soll die deutsche Elf künftig konsequent im Mann-gegen-Mann-System verteidigen, mit extrem früh ansetzendem Pressing und einer hochstehenden Abwehrkette. „Gegenpressing mit Kompromisslosigkeit – das ist Klopps DNA“, analysierte ein DFB-Insider. Entscheidend: Nationalspieler wie Joshua Kimmich, Jamal Musiala oder Jonathan Tah, die dieses System aus München kennen, könnten von dem neuen Ansatz sofort profitieren.
Die ersten Testspiele nach der WM werden zeigen, ob der „Klopp-Effekt“ auch in der Nationalmannschaft zündet.
Derweil bahnt sich auf der iberischen Halbinsel ein spektakulärer Transfer an. Real Madrid steht unmittelbar vor der Verpflichtung von Manchester Citys Mittelfeldmotor Rodri. Während die ersten Gerüchte von einer Ablöse um 100 Millionen Euro ausgingen, bestätigen nun übereinstimmende Quellen: Die Königlichen sollen den Weltmeister für lediglich 40 bis 50 Millionen Euro bekommen können.
Grund sei der nur noch bis 2027 laufende Vertrag des Spaniers, der eine Verlängerung bei City bislang strikt verweigert hat. „Rodri träumt seit Jahren vom weißen Trikot“, heißt es aus Madrid. Sollte der Deal zustande kommen, wäre es einer der günstigsten Toptransfers der Saison – und ein herber Schlag für Pep Guardiola, der seinen Schlüsselspieler nur ungern ziehen lassen würde.
Zurück in Deutschland: Die Zukunft von Sportvorstand Max Eber bleibt weiterhin ungewiss. Bei der Präsentation von Neuzugang Brown betonte der 52-Jährige zwar, dass er sich voll und ganz auf die Kaderplanung konzentriere, eine Aussage zur Vertragsverlängerung (Vertrag bis 2027) ließ er allerdings bewusst offen. „Meine Aufgabe ist es, eine Mannschaft zu formen, die die Fans begeistert – nicht über meine Vertragslaufzeit zu spekulieren“, sagte Eber, und schob die Entscheidung an die Vereinsführung unter Uli Hoeneß weiter.
Der Aufsichtsrat wird Ende August tagen, dann könnte eine Entscheidung fallen. Bis dahin bleibt Eber eine der zentralen Figuren im Machtgefüge des Rekordmeisters.
Währenddessen steht Borussia Dortmund im Poker um das Kölner Offensivtalent Elmala massiv unter Zeitdruck. Der erste BVB-Offer lag weit unter den Vorstellungen der Geißböcke, die mindestens 50 Millionen Euro fordern. Nun hat der FC intern beschlossen: Sollte sich der Deal bis in die letzten Tage des Transferfensters ziehen, steigt die Ablöse sogar noch.
Kaderplaner Tim Steiten zeigt sich demonstrativ gelassen: „Wir spüren keinen Verkaufsdruck. Elmala ist ein wertvoller Bestandteil unserer Mannschaft. “ Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass der 19-Jährige mit dem BVB bereits über einen Fünfjahresvertrag einig ist.
Seine Mutter, die ihn berät, pflegt regelmäßigen Kontakt mit den Dortmunder Verantwortlichen. Die Entscheidung liegt nun bei den Kölnern, die einen Ersatz nur dann kostengünstig verpflichten können, wenn sie frühzeitig verkaufen.
Auch in anderen Bundesliga-News bahnt sich Bewegung an: Nadiem Amiri steht offenbar vor einem Wechsel zu RB Leipzig. Nach übereinstimmenden Berichten haben sich der Nationalspieler und die Sachsen bereits grundsätzlich geeinigt. Nun müssen sich Mainz 05 und Leipzig noch über eine Ablöse zwischen 15 und 20 Millionen Euro verständigen.
Allerdings muss Leipzig zunächst Spieler verkaufen, um finanziellen Spielraum zu schaffen. Der Deal gilt als vielversprechend – für Amiri wäre es die Rückkehr in die Champions League und unter Jürgen Klopp vielleicht auch die Rückkehr in die Nationalelf.
Weiter in den USA: Thomas Müller feiert weiter Erfolge. Der ehemalige Bayernstar gewann mit der MLS-Auswahl das All-Star-Game gegen die mexikanische Liga mit 4:3. Nachdem er bereits die MLS Shooting Challenge mit Rekordpunktzahl gewonnen hatte, untermauert Müller seinen Status als Publikumsliebling.
Messi fehlte verletzungsbedingt, trainiert aber wieder – sein Comeback rückt näher.
Beim FC Bayern könnte es derweil zu weiteren personellen Veränderungen kommen. Sportvorstand Eber schloss einen Verkauf von Hiroshi Ito nicht aus, falls der Japaner selbst den Wunsch äußert. Ito kämpft mit starker Konkurrenz auf seiner Position und Verletzungsproblemen.
Auch Palhinia, Bouna Sarr und Sarah Sarr stehen auf der Abgabeliste. Finanziell interessant ist zudem die Situation von Raphael Guerreiro: Der portugiesische Abwehrspieler, der die Bayern ablösefrei verlassen hatte, steht vor einem Wechsel zur AC Mailand. Die Rossoneri sehen in ihm eine kostengünstige Verstärkung – der Ex-Dortmunder möchte sich Zeit nehmen, aber eine Entscheidung könnte in Kürze fallen.
Diese Vielfalt an Meldungen zeigt, dass die Sommerpause längst nicht ruhiger wird. Während in München die Personalie Eber und die Nummer-11-Affäre für Schlagzeilen sorgen, bereitet Klopp in Frankfurt die taktische Revolution vor. In Madrid hofft man auf Rodri, in Köln bangt man um Elmala, und in Dortmund kalkuliert man mit hohen Summen.
Die nächsten Wochen versprechen Hochspannung – bleiben Sie dran.



