Die Aussagen von Christian D. und Olaf K. die in beiden Fällen sehr viele Ähnlichkeiten aufzeigen.

Die Aussagen von Christian D. und Olaf K. die in beiden Fällen sehr viele Ähnlichkeiten aufzeigen.

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Im Prozess gegen Gina H. wegen des gewaltsamen Todes ihres achtjährigen Sohnes Fabian erschüttern die Aussagen der beiden sogenannten Tümpelzeugen die bisherige Verteidigungsstrategie der Angeklagten. Vor dem Landgericht offenbarten Christian D.

und Olaf K. in ihren Vernehmungen der Prozessstage 11 und 12 verblüffende Parallelen, die auf eine systematische Inszenierung durch die angeklagte Mutter hindeuten. Beide Männer schilderten unabhängig voneinander, wie Gina H.

sie gezielt zum Fundort der Leiche am Tümpel bei Klein Upahl führte und anschließend versuchte, ihre Spuren zu verwischen.

Richter Holger Schütt konfrontierte die Zeugen mit widersprüchlichen Angaben und legte offen, dass die Angeklagte über Wochen hinweg ein doppeltes Spiel getrieben haben soll. Die Vernehmungen zeichneten das Bild einer Frau, die mehrere Männer parallel als soziale Absicherung nutzte und nach der Tat offenbar kaltblütig versuchte, diese als Zeugen und mögliche Alibi-Personen einzuspannen. Besonders brisant: Beide Zeugen berichteten übereinstimmend, dass Gina H.

am Tattag, dem 10. Oktober 2025, ungewöhnlich wenig Emotionen gezeigt haben soll.

Der erste Tümpelzeuge Christian D. , geboren im Februar 1989, verheiratet und im Handel tätig, beschrieb seine Beziehung zu der Angeklagten zunächst als rein freundschaftlich. Der engere Kontakt habe Mitte September 2025 durch einen Zufall auf Facebook begonnen.

Er habe versehentlich mit einem Smiley auf ein Foto reagiert, woraus sich ein intensiver WhatsApp-Kontakt entwickelte. Innerhalb von vier Wochen sollen rund 1. 400 Nachrichten und mehr als 20 Telefonate zwischen den beiden ausgetauscht worden sein, was selbst den erfahrenen Richter aufhorchen ließ.

Auf Nachfrage von Richter Schütt musste Christian D. einräumen, dass seine Ehefrau von den etwa zehn heimlichen Treffen mit Gina H. nichts wusste.

Im Dorf dürfe man keine Freundschaften haben, weil es dann gleich heiße, dass man etwas miteinander habe, rechtfertigte sich der Zeuge. Die Angeklagte habe ihm von schweren Misshandlungen durch den Vater ihres Sohnes Fabian erzählt. Besonders eine Schilderung blieb Christian D.

in Erinnerung: Gina H. habe berichtet, während einer Schwangerschaft von Fabians Vater geschubst worden zu sein und das Kind verloren zu haben.

Gina H. vertraute dem Zeugen an, dass sie versucht habe, sich das Leben zu nehmen, weil sie ohne Fabians Vater nicht leben wollte. Zudem habe sie von einer psychischen Erkrankung gesprochen, angeblich Borderline und einer Persönlichkeitsstörung, weshalb sie einen Psychologen aufgesucht habe.

Mir gegenüber war sie aber ganz normal, sagte Christian D. vor Gericht. Diese Aussage unterstreicht die ambivalente Persönlichkeitsstruktur der Angeklagten, die die Ermittler vor große Herausforderungen stellt.

Eine zentrale Rolle in der Vernehmung spielte das Handyverhalten von Gina H. am Tattag. Christian D.

schilderte, dass die Angeklagte normalerweise innerhalb von fünf Minuten auf Nachrichten reagierte. Doch am 10. Oktober seien keine Nachrichten durchgegangen.

Später habe sie ihm erklärt, sie sei mit ihrem Hund im Wald spazieren gewesen und habe dort keinen Empfang gehabt. Zur Untermauerung schickte sie ihm ein Foto eines Hundes auf einem Waldweg, das nach Erkenntnissen der Ermittler um 11:19 Uhr in Lomen aufgenommen wurde – kurz bevor sie ihr Handy ausschaltete.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Fabian in diesem Zeitraum getötet wurde, während sein Handy ausgeschaltet war. Christian D. berichtete weiter, dass Gina H.

ihm abends ein Foto ihres frisch gewaschenen Autos geschickt habe mit der Bemerkung, das habe mal wieder nötig getan. Genau diese ungewöhnliche Autowäsche am Tattag bestätigte auch der zweite Zeuge Olaf K. unabhängig davon.

Er habe das als auffällig empfunden, weil Gina H. ihr Fahrzeug nur selten gewaschen habe, sagte er vor Gericht.

Der zweite Tümpelzeuge Olaf K. , geboren 1968 und von Beruf Verkehrstechniker, trat mit einem eigenen Anwalt vor das Gericht. Sein Grundstück in Reimershagen grenzt direkt an das Gelände, auf dem Gina H.

ihre Pferde hielt. Die Beziehung beschrieb er als freundschaftlich mit täglichem Kontakt. Er habe die Angeklagte materiell unterstützt, hier und da zehn Euro, weil Matthias R.

nicht genügend Geld dagelassen habe und sie kaum etwas zu essen hatte. So lernte Gina H. offenbar die Gutmütigkeit ihrer Nachbarn gezielt für sich zu nutzen.

Die wohl schwerwiegendste Enthüllung betraf den 13. Oktober 2025, den Tag, an dem Gina H. beide Zeugen zur Leiche ihres Sohnes führte.

Olaf K. schilderte, dass die Angeklagte ihn abends anrief und sagte, sie müsse ihn sprechen. 15 bis 20 Minuten später stand sie vor seiner Tür und erzählte, sie sei mit Christian D.

an einem Tümpel gewesen und habe dort etwas entdeckt. Man sei sich nicht sicher, ob es wirklich etwas sei. Sie fragte, ob Olaf K.

mit ihr hinfahren könne. Er zog sich an, nahm eine Taschenlampe und fuhr mit ihr in seinem schwarzen SUV.

Die Fahrt zum Tümpel dauerte etwa 20 Minuten, wobei Gina H. die Route vorgab. Olaf K.

betonte vor Gericht, er hätte den Weg alleine nie zurückgefunden. Besonders brisant: Während der Fahrt schaltete Gina H. ihr Handy aus.

Auf die Frage des Richters, warum sie das getan habe, konnte der Zeuge keine Antwort geben. Diese gezielte Ausschaltung des Telefons werteten Prozessbeobachter als starkes Indiz für ein planvolles Vorgehen der Angeklagten, die offenbar vermeiden wollte, dass ihre Bewegungen nachvollzogen werden können.

Am Tümpel angekommen, gingen die beiden quer über einen Acker Richtung Ufer. Olaf K. leuchtete mit seiner Taschenlampe voraus, Gina H.

lief dicht hinter ihm. Dann entdeckte er den leblosen Körper eines Jungen. Auf Geheiß von Gina H.

leuchtete er den Körper kurz von den Füßen bis knapp vor das Gesicht ab und schaltete die Lampe dann aus. Doch die Angeklagte forderte ihn auf, erneut auf das Gesicht zu leuchten. Erst dann sagte sie: Das ist zu 100 Prozent Fabian.

Olaf K. gab an, er selbst habe den Jungen nicht erkennen können, da der Körper bereits von Tieren angefressen gewesen sei.

Bereits Christian D. hatte am Tag zuvor eine ähnliche Szene geschildert. Bei der nächtlichen Suche mit einer Wärmebildkamera, die angeblich von Gina H.

initiiert worden war, habe er in der Nähe des Tümpels zunächst nichts gesehen. Er habe bereits ins Auto steigen wollen, doch Gina H. habe vorgeschlagen, noch zu den Büschen zu gehen.

Dort habe sie mit ihrer Handytaschenlampe geleuchtet und gesagt: Da ist was. Christian D. dachte zunächst, es handele sich um ein Rohr.

Als er erkannte, dass es sich um einen menschlichen Körper handeln könnte, wollte er nur noch weg. Gina H. jedoch rief: Das ist er.

Der Zeuge beteuerte, er habe sofort zum Auto zurückgewollt und die Angeklagte anschließend bei ihrem Nachbarn Olaf K. in Reimershagen abgesetzt.

Dort kündigte Gina H. an, später mit einer Freundin spazieren gehen zu wollen, was die Ermittler als weiteren geplanten Deckungsversuch werten. Die Abläufe der beiden Tümpel-Besuche weisen derart viele Übereinstimmungen auf, dass eine bloße Verkettung von Zufällen nahezu ausgeschlossen erscheint.

In beiden Fällen war es Gina H. , die den Impuls gab, das Gelände zu untersuchen. In beiden Fällen erkannte sie den Leichnam sofort.

Und in beiden Fällen versuchte sie offenbar, die männlichen Begleiter als unfreiwillige Zeugen ihrer vermeintlichen Unschuld zu instrumentalisieren.

Richter Holger Schütt konfrontierte Christian D. mit der Frage, warum er innerhalb von vier Wochen rund 1. 400 Nachrichten mit der Angeklagten ausgetauscht habe.

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Christian D. verneinte alle Fragen strikt, woraufhin im Gerichtssaal Gelächter aufkam. Der Richter zitierte anzügliche Nachrichten, die die beiden bereits wenige Tage nach dem Kennenlernen ausgetauscht hatten.

Zudem habe Gina H. dem Zeugen Fotos von sich ohne Oberteil geschickt, die an einem See aufgenommen worden waren.

Olaf K. war ehrlicher als sein Vorredner. Auf die Frage des Richters, ob er sich mehr von der Beziehung zu Gina H.

erhofft habe, antwortete er: Am Anfang ja, als wir uns kennengelernt haben. Auf Nachfrage präzisierte er: 𝒔𝒆𝒙, zum Beispiel. Die Angeklagte habe das gewusst, weil er es ihr gesagt habe.

Zunächst habe sie mit Verweis auf ihre Beziehung abgelehnt, später habe es immer wieder Ausreden gegeben. Sie habe Andeutungen gemacht, doch zu einem Kuss sei es nie gekommen. Diese Aussagen zeichnen das Bild einer Frau, die die Zuneigung ihrer männlichen Bekanntschaften bewusst ausnutzte, ohne ihnen eine Gegenleistung zu bieten.

Weitere belastende Details ergaben sich aus den abgehörten Telefonaten. Bereits am 18. Oktober, zwei Tage nach dem Fund der Leiche, behauptete Gina H.

gegenüber Olaf K. , sie habe einen Insider bei der Polizei. Die Ermittler würden Matthias und sie verdächtigen, hätten aber noch nicht genügend Puzzleteile zusammen.

Mir geht der Arsch auf Grundeis wegen meines Autos, sagte die Angeklagte in dem überwachten Gespräch. Wenn ich die Decken und alles gewaschen habe, finden die eh keine Spur. Diese Aussage gilt als einer der Schlüsselmomente der bisherigen Beweisaufnahme.

Gegenüber Olaf K. belastete sich die Angeklagte weiter, als sie ihm weiße Turnschuhe übergab. Er solle die Schuhe beiseitelegen, wo sie keiner sehe.

Die sollten bei ihr nicht gefunden werden, erzählte der Zeuge. Am 17. Oktober brachte Gina H.

erneut Turnschuhe vorbei. Richter Holger Schütt holte daraufhin mehrere Paar weiße Turnschuhe aus einem Pappkarton hervor und ließ sie von Olaf K. identifizieren.

Der Zeuge zeigte zudem ein blau-weißes Sweatshirt, konnte jedoch nicht sagen, welche Schuhe die Angeklagte am Auffindetag getragen hatte. Die Schuhe seien aus seinem Auto gestohlen worden, behauptete Gina H. , was sich als weitere Schutzbehauptung herausstellen könnte.

Ein verschwundenes Messer sorgte zusätzlich für Aufsehen. Olaf K. berichtete, dass ein Campingmesser mit einer Klingenlänge von zehn bis zwölf Zentimetern und einem orange-schwarzen Griff plötzlich aus seinem Haus verschwunden war und Tage später wieder auftauchte.

In einem abgehörten Telefonat diskutierten Olaf K. und Gina H. intensiv über das Messer.

Das ist nicht da. Ich habe alles umgekrämpelt, sagte Olaf K. Musst du wissen, antwortete die Angeklagte kryptisch.

Ich weiß nicht mal, wie das aussieht. Ich weiß nur, dass da mal was an der Tür hing. Olaf K.

sorgte sich: Wenn das gefunden wird und mit der Scheiße in Verbindung gebracht wird, bin ich am Arsch.

Das Messer tauchte schließlich in einem Karton im Schuppen von Olaf K. wieder auf. Er meldete den Vorfall selbst der Polizei.

Wie sich im Prozess herausstellte, wurde das Messer auf DNA-Spuren untersucht – allerdings nur von Gina H. und Fabian. Die Untersuchung ergab keinerlei Spuren.

Olaf K. zeigte sich vor Gericht überrascht, dass auf dem Messer keine DNA gefunden wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin, ob das Messer mit der Tat in Verbindung stehen könnte und welche Rolle es bei der Vertuschung gespielt haben könnte.

Zwei Tage nach dem Fund der Leiche wurde Gina H. von der Staatsanwaltschaft zur Verdächtigen erklärt und ihr Telefon überwacht. In der Öffentlichkeit hatte die Behörde zu diesem Zeitpunkt noch beteuert, keinen Verdächtigen im Visier zu haben.

Die heimlichen Ermittlungsmaßnahmen förderten belastende Gespräche zutage, die nun Stück für Stück vor Gericht veröffentlicht werden. Die Angeklagte wusste offenbar nicht, dass ihre Gespräche mit den Zeugen mitgeschnitten wurden, und offenbarte dabei ihre wahren Gedanken.

Besonders schwer wiegt der Vorwurf der Zeugenbeeinflussung. Am 21. Oktober, kurz vor einer polizeilichen Vernehmung von Olaf K.

, telefonierten er und Gina H. miteinander und stimmten ihre Aussagen ab. Die Angeklagte gab ihm klar vor, was er zu sagen habe: Erst hätten sich die beiden zusammen um die Pferde gekümmert, dann sei sie eine Stunde weg gewesen, dann seien sie wieder zusammen gewesen.

Sonnabend waren wir auch zusammen. Wir waren das ganze Wochenende zusammen, herrschte sie Olaf K. an.

Die Staatsanwaltschaft wertet dies als koordinierten Versuch, ein Alibi zu konstruieren.

Die Parallelen zwischen den Aussagen der beiden Tümpelzeugen sind unübersehbar. Beide Männer berichteten, dass Gina H. normalerweise sofort auf Nachrichten reagierte und an den kritischen Tagen ihr Verhalten änderte.

Beide wurden von der Angeklagten an den Tümpel gelotst und mit der Auffindung der Leiche konfrontiert. Beide erhielten nach der Tat Anweisungen und Gegenstände zur Aufbewahrung. Und beide waren offenbar bereit, der Angeklagten zunächst zu glauben, bis die Ermittlungen sie eines Besseren belehrten.

Der Verteidigung steht angesichts dieser geschlossenen Beweiskette eine schwierige Aufgabe bevor.

Der Prozess wird am kommenden Montag mit der Vernehmung weiterer Zeugen fortgesetzt. Die Vorsitzende Richterin kündigte an, dass auch die umfangreich gesicherten Handydaten und Chatverläufe in den kommenden Verhandlungstagen ausgewertet werden sollen. Die Öffentlichkeit verfolgt das Verfahren mit großer Anteilnahme.

Die Frage, ob Gina H. ihren achtjährigen Sohn tatsächlich getötet hat und welche Rolle die beiden Tümpelzeugen dabei spielten, bleibt vorerst offen. Klar ist nur: Die Aussagen von Christian D.

und Olaf K. haben das Bild der Anklage erheblich gestärkt und die Verteidigungslinie der Angeklagten brüchig gemacht.