Die Entscheidung ist gefallen: Borussia Dortmund hat sich intern offenbar endgültig gegen eine Rückhol-Aktion von Jadon Sancho ausgesprochen. Wie die „Ruhrnachrichten“ berichten, gilt ein Comeback des Engländers im Verein als nahezu undenkbar – die Wahrscheinlichkeit wird aktuell im niedrigen einstelligen Prozentbereich verortet. Parallel dazu muss Bayer Leverkusen einen schweren Schock verkraften: Top-Talent Kenneth Eichhorn fällt wegen einer Stoffwechselerkrankung auf unbestimmte Zeit aus.
Die Dortmunder Verantwortlichen haben demnach nach intensiver Analyse einen Schlussstrich unter das Thema Sancho gezogen. Der 24-Jährige, der zwischen 2017 und 2021 beim BVB zum Weltklasse-Star reifte, wird intern nicht mehr als der spielentscheidende Akteur wahrgenommen, der er einst war. Seine Entwicklung der vergangenen Jahre, geprägt von sportlichem Niedergang und persönlichen Problemen bei Manchester United, hat die Zweifel an einer erneuten Zusammenarbeit massiv verstärkt.
Besonders deutlich wird die Skepsis anhand der sportlichen Bilanz seiner halbjährigen Leihe in der vergangenen Saison. Zwar war Sancho mitentscheidend für das Erreichen des Champions-League-Finals und genoss in der Mannschaft sowie im Umfeld große Sympathien. Doch seine Leistungen blieben weit hinter dem Niveau zurück, das ihn einst zum begehrtesten Flügelspieler Europas gemacht hatte.
Von alter Strahlkraft war kaum etwas zu sehen.
Die Berichte über ein angeblich lohnendes Angebot, auf das Sancho eigenen Angaben zufolge wartet, bestätigen die BVB-Bosse in ihrer ablehnenden Haltung. Dortmund hätte einer Rückkehr nur unter klaren finanziellen Bedingungen zugestimmt: kein Handgeld, ein deutlich reduziertes Grundgehalt und eine stark leistungsbezogene Vergütung über Boni. Genau diese Bereitschaft zu großen Zugeständnissen wird dem Engländer offenbar nicht zugetraut.
Stattdessen scheint Sancho weiterhin auf ein lukratives Angebot zu hoffen und trainiert sich derzeit selbstständig fit. Aus Sicht der Klubführung ein klares Signal, dass es ihm offenbar nicht in erster Linie um die Rückkehr zum BVB geht, sondern um finanzielle Aspekte. Diese Haltung hatte er bereits in Manchester gezeigt, wo er sein hohes Gehalt bis zum Schluss kassierte.
Auffällig ist zudem die eisige Ruhe auf dem Transfermarkt: Kein einziger namhafter Verein wird derzeit konkret mit einer Verpflichtung Sanchos in Verbindung gebracht. Diese Funkstille gilt als weiteres Indiz dafür, dass der Marktwert des Engländers deutlich gesunken ist und Klubs seine sportliche Perspektive kritisch beurteilen. Selbst die einstigen Interessenten halten sich auffällig zurück.
Dortmunds Geschäftsführer Sport, Lars Ricken, hatte bereits klargestellt, dass man keine sentimentalen Transfers tätigen werde. Die Aussage, keine „Schulterklopfer-Transfers“ durchführen zu wollen, dürfte sich nach Einschätzung von Beobachtern in erster Linie auf den Sancho-Komplex beziehen. Der Verein möchte sich offenbar von der Nostalgie verabschieden und stattdessen konsequent in andere Kandidaten investieren.
Die Historie solcher Rückhol-Aktionen beim BVB ist durchwachsen und mag ebenfalls zur Entscheidung beigetragen haben. Während Shinji Kagawa nach seiner Rückkehr 2014 zeitweise starke Leistungen zeigte und für sieben Millionen Euro Ablöse durchaus ablieferte, verlief das Comeback von Mario Götze deutlich unglücklicher. Eine Stoffwechselerkrankung warf den Weltmeister von 2014 nachhaltig zurück und verhinderte eine Rückkehr zu alter Klasse.
Mats Hummels hingegen gilt als positives Beispiel, denn der Innenverteidiger kehrte 2019 von Bayern München zurück und war über Jahre eine prägende Figur in der Dortmunder Defensive. Diese gemischte Bilanz macht deutlich, dass eine Rückkehr allein auf Basis emotionaler Verbundenheit kein Garant für sportlichen Erfolg ist. Genau diese Erkenntnis scheint sich nun beim BVB durchgesetzt zu haben.
Hätte Sancho nicht diese besondere BVB-Vergangenheit, würde sein Name in Dortmund wohl gar nicht erst diskutiert. Bei vielen Fans schwingt enorme Sympathie und Nostalgie mit – Gefühle, die den Blick auf die sportliche Realität verstellen können. Ein Transfer wäre demnach eher als Bonus zu betrachten, nicht als Lösung für die offensiven Baustellen, was auch an der veränderten Budgetlage liegt.
Denn mit deutlich mehr finanziellen Mitteln als erwartet kann sich Dortmund nun andere, unverbrauchtere Spieler leisten. Die Vorstellung, dass Sancho nur aufgrund seiner Vergangenheit verpflichtet wird, obwohl bessere Alternativen auf dem Markt sind, würde angesichts der neuen Möglichkeiten sogar Enttäuschung auslösen. Es geht nicht um den Namen, sondern um den Spielertyp, der die Mannschaft bereichert.
Parallel zu diesen Personalien hat sich ein weiterer Transferkandidat erledigt: Eintracht Frankfurt hat einen Riegel vor einem Wechsel von Elias Baum zu Borussia Dortmund geschoben. Trainer Adi Hütter stellte gegenüber dem vereinseigenen TV-Sender klar, dass man den talentierten Außenverteidiger behalten werde. Er sehe in ihm einen dynamischen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, der im Training überzeugt.
Die Frankfurter planen offenbar langfristig mit Baum, der in der Vorbereitung für Aufsehen gesorgt hat. Anstatt ihn im Sommer zu verkaufen, will man seine Entwicklung in der kommenden Saison beobachten. Eine Verpflichtung eines neuen Rechtsverteidigers scheint beim BVB damit unwahrscheinlicher zu werden, womöglich setzt man auf interne Lösungen mit Maximilian Beier.
Unterdessen hat Bayer Leverkusen einen spektakulären Neuzugang an Land gezogen: Miguel Gutiérrez wechselt vom SSC Neapel zur Werkself. Der italienische Klub akzeptierte ein Angebot über 30 Millionen Euro, wie Transfer-Experte Fabrizio Romano verkündete. Der Spanier bringt das ideale Profil für die Schienenposition mit und kann sowohl links als auch offensiv eingesetzt werden.
Gutiérrez hatte beim FC Girona überzeugt, ehe ihn der Wechsel nach Italien aus der Bahn warf. In Neapel war er zuletzt kein unumstrittener Stammspieler, weshalb die Ablösesumme von 30 Millionen als stolz, aber angemessen gilt. Bei Leverkusen soll er die Nachfolge von Alejandro Grimaldo antreten und idealerweise sofort einschlagfähig sein.
Weniger erfreulich ist die Personalie Kenneth Eichhorn: Der Nachwuchsspieler der Werkself fällt wegen einer Stoffwechselstörung auf unbestimmte Zeit aus. Ursache ist ein übermäßiger Gewichtsverlust nach einer Magen-Darm-Erkrankung. Wie lange der hochtalentierte Akteur fehlen wird, ist völlig offen, der Verein vermeidet bewusst eine Zeitangabe.
Sportdirektor Simon Rolfes äußerte sich besorgt, aber zuversichtlich: „Kenneth steht vor einer hoffentlich sehr langen Karriere auf höchstem Niveau. Wir werden ihn auf diesem Weg bestmöglich unterstützen. Wichtig ist, dass wir die richtigen Maßnahmen für seine Genesung eingeleitet haben und er ohne Druck die nötige Zeit erhält.
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Der Fall erinnert an die Erkrankung von Mario Götze, der bei seiner Rückkehr zum BVB ebenfalls mit einer Stoffwechselerkrankung kämpfte und fast ein halbes Jahr ausfiel. Diese Krankheit dürfte mit dazu beigetragen haben, dass Götze nie wieder an seine frühere Leistungsstärke anknüpfen konnte. Eine bittere Parallele, die Hoffnung auf eine bessere Wendung lässt.
Immerhin ist Eichhorn noch sehr jung, was die Chancen auf eine vollständige Genesung erhöht. Die einzige Botschaft, die in diesem Zusammenhang zählt, ist die auf eine schnelle und gute Besserung. Alles andere, so betonen Verantwortliche, sei zum jetzigen Zeitpunkt zweitrangig.
Für Borussia Dortmund bleibt die Offensive das beherrschende Thema. Während sich die Sancho-Akte nun wohl endgültig schließt, wird mit Spannung erwartet, welche Alternativen der Verein ins Auge fasst. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Dortmunder ihre Transferstrategie ohne nostalgische Altlasten konsequent fortsetzen und welche Namen am Ende tatsächlich auf dem Zettel stehen.



