In Stuttgart erinnert heute eine kleine Gedenktafel an Alena – eine junge Frau voller Träume, deren Leben mit nur 25 Jahren brutal beendet wurde. Freunde und Familie beschreiben sie als warmherzig, ehrgeizig und lebensfroh. Sie studierte Lehramt mit den Fächern Deutsch, Philosophie und Ethik und wollte nach ihrem Abschluss als Lehrerin in der Schweiz arbeiten.
Kennengelernt haben soll sie den mutmaßlichen Täter Dragan in einem Fitnessstudio. Anfangs wirkte die Begegnung harmlos, doch schnell fühlte sich Alena von dem damals 33-Jährigen bedrängt. Über Monate hinweg erzählte sie ihrer besten Freundin in Sprachnachrichten von unangenehmen Situationen. Sie berichtete, dass der Mann sie beobachte, ihr überall begegne und ihre Ablehnung nicht akzeptiere. „Das macht mir langsam Angst“, sagte sie damals.
Trotz ihrer Sorgen ahnte niemand, wie gefährlich die Situation wirklich war. Im Januar 2025 hatte Alena gerade einen neuen Partner kennengelernt und wirkte glücklich wie lange nicht mehr. Doch laut Ermittlungen soll der Täter sie beobachtet haben. Am Morgen des 10. Januar wartete er angeblich mehrere Stunden vor ihrer Wohnungstür.
Als Alena ihre Wohnung verließ, griff er sie mit einem Messer an. 27 Stiche trafen die junge Studentin im Gesicht und am Hals. Sie verblutete im Treppenhaus ihres Wohnhauses. Die Tat erschütterte Menschen weit über Stuttgart hinaus.
Der Fall gilt als Femizid – die Tötung einer Frau aufgrund von Besitzdenken und Kontrollansprüchen. Vor dem Landgericht Stuttgart wurde der Angeklagte später wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Für Alenas Mutter bleibt nur Schmerz. „Frauen haben das Recht, frei zu leben“, sagt sie heute. „Und Frauen haben das Recht zu leben.“



