Fall Fabian: Gerichtsmediziner schildert die erschütternden Details der Tat

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian hat am heutigen Verhandlungstag der Gerichtsmediziner ausgesagt. Seine Schilderungen sowie die im Gericht gezeigten Fotos der Obduktion sorgten für große Betroffenheit unter den Anwesenden.
Nach den Erkenntnissen der Rechtsmedizin erlitt Fabian insgesamt sechs Stichverletzungen. Mehrere der Stiche trafen lebenswichtige Organe, darunter auch das Herz. Laut dem Sachverständigen verblutete der Junge schließlich an den schweren Verletzungen. Die Obduktion habe gezeigt, dass bei der Tat erhebliche Gewalt angewendet wurde.
Besonders im Fokus der Verhandlung stand die Frage, wie die tödlichen Verletzungen verursacht wurden. Der Gerichtsmediziner erklärte, dass Fabian während des Angriffs vermutlich fixiert worden sein müsse. Die Intensität der Gewalt spreche dafür, dass das Opfer sich kaum habe bewegen können. Gleichzeitig betonte der Experte, dass die Tat durchaus von einer Frau begangen worden sein könne. Entscheidend seien dabei nicht körperliche Stärke, sondern Entschlossenheit und Aggression.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Verhandlung betraf den Brandbeschleuniger, mit dem die Leiche nach der Tat offenbar angezündet wurde. Ermittler hatten im Carport der Angeklagten eine Ein-Liter-Flasche Grillanzünder sichergestellt. Nach Angaben der Sachverständigen fehlten darin etwa 500 bis 600 Milliliter Flüssigkeit. Diese Menge würde ausreichen, um die Brandspuren hervorzurufen, die später am Leichnam festgestellt wurden.
Untersucht wurde außerdem, ob die chemische Zusammensetzung des sichergestellten Grillanzünders mit den am Tatort gefundenen Rückständen übereinstimmt. Eine vollständige Übereinstimmung konnte zwar nicht festgestellt werden. Experten wiesen jedoch darauf hin, dass die Leiche mehrere Tage lang der Witterung ausgesetzt gewesen sei. Regen und andere Umwelteinflüsse könnten die chemischen Spuren verändert haben.
Damit bleibt die Möglichkeit bestehen, dass der im Carport gefundene Grillanzünder tatsächlich bei der Tat verwendet wurde. Der Prozess wird fortgesetzt.



