Am zehnten Prozesstag saß Dorina L. wieder im Gerichtssaal, aufrecht und still, während in ihr eine quälende Frage brannte, auf die sie bis heute keine Antwort gefunden hat. Die Mutter des ermordeten Fabian ist nicht nur Nebenklägerin, sondern eine Frau, die täglich mit dem unvorstellbaren Verlust ihres Sohnes konfrontiert wird.
Am 10. Oktober 2025 verschwand der achtjährige Fabian aus der Wohnung seiner Mutter in Güstrow, und nur vier Tage später wurde seine Leiche in einem Tümpel bei Klein Upahl entdeckt. Der Junge war mit mehreren Messerstichen getötet worden, und sein Körper war anschließend angezündet worden. Im Fokus der Anklage steht Gina H., die damalige Freundin von Fabians Vater, Matthias R. Ihr wird vorgeworfen, aus niederen Beweggründen heimtückischen Mord begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, dass sie Fabian getötet habe, weil er zwischen ihr und Matthias stand – ein lebendiger Beweis für eine Vergangenheit, die sie auslöschen wollte.
Dorina L. ist jeden Verhandlungstag anwesend, oft begleitet von Freunden und einer Seelsorgerin, um die emotionalen Belastungen des Prozesses zu bewältigen. An einem der Prozesstage, als die Polizei die Umstände von Fabians Tod schilderte, brach sie in Tränen aus. In einem Interview erklärte sie, dass sie sofort Bilder im Kopf hatte und nicht mehr an ihrem Platz bleiben konnte. Doch sie kehrte zurück, um für ihren Sohn da zu sein.
Was Dorina L. jedoch besonders belastet, ist ihr Schweigen über bestimmte Details. Am zehnten Prozesstag wollte sie unbedingt bestimmte Zeugen hören – Männer, die in den Nächten vor dem Fund von Fabians Leiche in der Nähe waren. Diese Zeugen hatten die Polizei nicht gerufen, und Dorina kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. „Ich würde in so einer Situation sofort die Polizei rufen“, sagte sie.
Am Abend des 13. Oktober, drei Tage nach Fabians Verschwinden, schrieb Gina H. einem Bekannten, dass sie gemeinsam nach Fabian suchen wolle. Sie schlug einen Ort vor, an dem sie früher mit Fabian Schlitten gefahren war. Der Bekannte, ein Jäger, begleitete sie, doch als sie am Tümpel ankamen, sagte Gina H. mit einer Sicherheit: „Das ist er. Das ist Fabian.“ Diese Worte sorgten im Gerichtssaal für Schock und Stille. Christian D. ging nach Hause, ohne die Polizei zu rufen, und erklärte später, dass er sich nicht in die Sache verwickeln wollte.
Gina H. führte in den Nächten vor dem 14. Oktober mehrere Personen zu dem Tümpel, bevor sie selbst die Polizei informierte. Dorina L. fragt sich, warum diese Männer nicht reagierten. Es ist eine Frage, die sie antreibt, jeden Tag in den Gerichtssaal zu gehen. Sie selbst war die Erste, die bemerkte, dass Fabian nicht nach Hause kam, und informierte seinen Vater darüber.
Ein entscheidendes Detail, das im Prozess zur Sprache kam, ist, dass Fabian nie einfach die Tür öffnete. Er kannte die Regeln, die ihm beigebracht wurden. Wenn er also nicht einfach die Tür öffnete, wie kam er dann an den Tümpel? Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass jemand, dem er vertraute, ihn geholt hat.

Dorina L. trägt das Schweigen über das, was an diesem Morgen passiert ist. Was wusste sie? Was hatte sie Fabian gesagt? Hatte sie ihm gesagt, dass Gina H. vielleicht kommen würde? Diese Fragen sind schwer zu beantworten und belasten sie.
In den Verhandlungen wurde auch bekannt, dass Dorina, Matthias und Gina über WhatsApp kommunizierten, wenn es um Fabian ging. Diese Dreiecksbeziehung hatte ihre eigenen Spannungen, und es gab Nachrichten, die auf eine wachsende Eifersucht von Gina H. hinwiesen.
Matthias R. hat mittlerweile wieder zu Gina H. zurückgefunden und glaubt an ihre Unschuld. Für Dorina L. ist das ein schmerzhafter Schlag, denn der Vater ihres Sohnes steht nun auf der Seite der Frau, die ihm das Leben genommen haben soll.
Dorina L. sagt, dass sie alles für Fabi macht. Doch in den stillen Momenten, wenn der Gerichtssaal leer ist, trägt sie die Last des Schweigens und die Bilder in ihrem Kopf allein. Was geschah wirklich in den Minuten, bevor sie das Haus verließ? Was für Fragen bleiben unbeantwortet?
Dieser Fall ist nicht nur eine juristische Auseinandersetzung, sondern auch eine menschliche Tragödie, die viele Fragen aufwirft. Was denkt ihr über die Rolle von Dorina L. und die Geschehnisse rund um den 10. Oktober? Schreibt eure Gedanken in die Kommentare.


