Am 15. Prozesstag im Fall des tragisch verstorbenen achtjährigen Fabian aus Güstrow wurde erneut ein erschreckendes Bild der Geschehnisse gezeichnet. Der leitende Profiler des Landeskriminalamts präsentierte seine Analyse und offenbarte, dass die Tat als geplante Tötung eingestuft wird, was die Anwesenden sichtlich erschütterte.
Richter Gerschit eröffnete die Verhandlung mit der Ankündigung, dass aufgrund der umfangreichen Aktenlage ein Selbstleseverfahren eingeführt wird. Die Dokumente werden digital zur Verfügung gestellt, damit auch die Angeklagte, Gina, Zugang dazu hat. Der Profiler stellte seine detaillierte Analyse vor und erklärte, dass die Umstände des Verbrechens auf persönliche Motive hinweisen.
Er betonte, dass die Kommunikation zwischen den Beteiligten nicht Teil seiner Untersuchung war, und dass ein weiterer Sachverständiger in den kommenden Verhandlungstagen aussagen wird. Der Profiler erläuterte, dass die Ermittlungen durch das enorme Medieninteresse und die Bekanntheit der Beschuldigten erschwert wurden.
Besonders aufschlussreich war die Rekonstruktion der Ereignisse am 9. und 10. Oktober, als Fabian von seiner Mutter wegen Nasenblutens aus der Schule abgeholt wurde. Am Morgen des 10. Oktober blieb der Junge zu Hause, während seine Mutter das Haus verließ. Der Profiler stellte fest, dass Fabians Fahrrad gut sichtbar vor der Wohnung stand, was möglicherweise eine Rolle bei der Kontaktaufnahme zwischen Täter und Opfer gespielt haben könnte.

Die Analyse ergab, dass der Leichnam erst vier Tage später entdeckt wurde, was die Ermittlungen komplizierte. Der Profiler präsentierte Fotos des Brandorts und erklärte, dass Fabian zum Zeitpunkt der Aufnahmen bereits seit mehreren Stunden tot war. Dies deutet auf einen klaren Tötungswillen hin und lässt vermuten, dass der Täter Fabian gezielt angesprochen hat, während dieser online spielte.
Die Details der Tat wurden immer dramatischer, als der Profiler erklärte, dass Fabian nicht mit Gewalt aus der Wohnung geholt wurde. Vielmehr könnte ein positiver Anreiz gegeben worden sein, um ihn dazu zu bringen, das Haus zu verlassen. Hinweise auf einen Kampf in der Wohnung gab es nicht, was darauf hindeutet, dass Fabian dem Täter vertraut haben könnte.

Die Präsentation des Profilers führte zu einer emotionalen Reaktion im Gerichtssaal, als er erklärte, dass die Wahl des Tatorts auf eine geplante Tötung hindeutet. Die Analyse ergab, dass der Täter mit hoher Wahrscheinlichkeit eine persönliche Beziehung zu Fabian hatte und den späteren Fundort gut kannte.
Während der Verhandlung wurde deutlich, dass die gesamte Tat akribisch geplant war. Der Profiler schloss verschiedene Motive aus und kam zu dem Ergebnis, dass es sich um eine Beziehungstat handelt. Gina H. saß während der Präsentation oft mit gesenktem Blick da und schien die Schwere der Vorwürfe zu verarbeiten.

Die Aussagen der Zeugen und die Ermittlungen um den Leichnam führten zu weiteren Fragen. Ein Polizeihauptkommissar berichtete von einem emotionalen Telefonat mit Gina H., in dem sie die Entdeckung von Fabians Leiche meldete. Ihre Aufregung und die Wahl der Worte ließen auf eine tiefere Verbindung zu dem Fall schließen.
Der Prozesstag endete mit der Feststellung, dass die operativen Fallanalysen eine gezielte Auswahl des Opfers und eine Verbindung zum Täter nahelegen. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass alle Punkte der Analyse auf die Angeklagte zutreffen.
Wie wird sich der Fall weiterentwickeln, und welche neuen Erkenntnisse könnten in den kommenden Verhandlungstagen ans Licht kommen?



