Am heutigen 17. Verhandlungstag im Mordprozess um den getöteten Fabian setzt das Landgericht Rostock die Beweisaufnahme mit weiteren Zeugenaussagen fort. Insgesamt fünf Zeugen wurden geladen. Es handelt sich dabei überwiegend um Nachbarn und Bekannte der Angeklagten Gina H. Zwei der Zeugen sollen sogar unmittelbar an das Grundstück der Angeklagten im Ortsteil Reimshagen angrenzen.
Das Gericht erhofft sich von den Aussagen neue Erkenntnisse über das persönliche Umfeld der Angeklagten sowie über ihre Beziehungen zu den beteiligten Personen. Bereits am Vortag hatten mehrere Nachbarn und Bekannte ausgesagt. Dabei standen immer wieder dieselben zentralen Fragen im Mittelpunkt der Verhandlung.
Die Richter wollten insbesondere wissen, ob die Zeugen Fabian persönlich kannten und welche Eindrücke sie von der Beziehung zwischen Gina H. und Matthias R. gewonnen hatten. Ebenso interessierte das Gericht, wie das Verhältnis zwischen Gina H. und Fabian nach außen wirkte und ob es im Vorfeld Auffälligkeiten oder Konflikte gegeben hatte.

Auch die heutigen Vernehmungen dürften sich auf diese Themen konzentrieren. Nachbarn können oftmals wichtige Beobachtungen schildern, die zwar auf den ersten Blick unbedeutend erscheinen, im Gesamtzusammenhang jedoch von erheblicher Bedeutung sein können. Jede Aussage könnte dazu beitragen, einzelne Lücken im bisherigen Beweisbild zu schließen.

Im Verlauf des Prozesses versucht das Gericht, aus zahlreichen Zeugenaussagen, Sachbeweisen und Gutachten ein möglichst vollständiges Bild der Ereignisse sowie der Persönlichkeit der Angeklagten zu gewinnen. Erst die Gesamtheit aller Beweise wird darüber entscheiden, welche Schlussfolgerungen das Gericht am Ende des Verfahrens zieht.
Der Mordprozess um Fabian gehört zu den aufsehenerregendsten Strafverfahren der Region. Mit jedem weiteren Verhandlungstag rückt die Klärung der offenen Fragen näher, auch wenn weiterhin zahlreiche Details aufgearbeitet werden müssen, bevor ein Urteil gesprochen werden kann.



