Renningen: Mutter nach Tod ihres drei Monate alten Sohnes festgenommen
Der Fall um den in Renningen tot aufgefundenen Säugling Adrian spitzt sich weiter zu. Die 32 Jahre alte Mutter Diana L. wurde am Freitagvormittag festgenommen. Hintergrund sollen neue Ergebnisse der gerichtsmedizinischen Untersuchung sein. Nach bisherigen Angaben wird der Frau nun Totschlag an ihrem eigenen Sohn vorgeworfen.
Der drei Monate alte Adrian war in der Nacht zum 18. Juni als vermisst gemeldet worden. Diana L. hatte nach eigenen Angaben die Polizei informiert, nachdem ihr Sohn aus dem Kinderwagen verschwunden sei. Sie soll erklärt haben, sie habe den Wagen kurz vor dem Haus stehen lassen, während sie Einkäufe in die Wohnung brachte. Als sie zurückkam, sei das Baby verschwunden gewesen.
Nach einer groß angelegten Suche wurde der Leichnam des Kindes später am Rankbach gefunden, rund 500 Meter von der Wohnung der Mutter entfernt. Hinweise auf eine tatsächliche Entführung sollen bislang nicht bekannt geworden sein. Dadurch geriet die Darstellung der Mutter früh in Zweifel. Zunächst stand auch der Verdacht im Raum, eine Straftat könne vorgetäuscht worden sein.
Besonders brisant ist, dass die gerichtsmedizinische Untersuchung offenbar Hinweise darauf geliefert hat, dass Adrian nicht an natürlichen Ursachen, etwa am plötzlichen Kindstod, gestorben sein soll. Details aus dem Gutachten wurden bisher jedoch nicht veröffentlicht. Deshalb bleibt weiterhin offen, wann genau das Baby starb und wie sich die letzten Stunden oder Tage vor dem Fund abgespielt haben.
Bekannt wurde außerdem, dass Diana L. seit der Geburt des Kindes freiwillige Hilfen des Jugendamtes in Anspruch genommen haben soll. Nach Angaben des Jugendamtes habe es jedoch keine Hinweise auf eine akute Gefährdung des Kindes gegeben.
Auch Aussagen aus dem Umfeld werfen weitere Fragen auf. Nachbarn berichteten von Streitigkeiten, auffälligem Verhalten und einem häufig abgedeckten Kinderwagen. Offiziell bestätigt sind diese Angaben bislang nicht vollständig.
Die Ermittlungen laufen weiter. Ob Diana L. sich zu den Vorwürfen äußern wird oder von ihrem Schweigerecht Gebrauch macht, bleibt abzuwarten.



