Fall Fabian (†8): TV-Detektiv mischt sich ein! Irrer Eklat im Gina H. Prozess

Mordfall Fabian: Digitale Spuren und emotionale Aussagen prägen den 18. Prozesstag

Zeugin behauptet im Fabian-Prozess: Angeklagte soll noch am Fundort laut  geworden sein

Am 18. Prozesstag im Mordfall um den achtjährigen Fabian am Landgericht Rostock standen erneut digitale Spuren und Zeugenaussagen von Ermittlerinnen im Mittelpunkt. Vier Polizistinnen berichteten vor Gericht über ausgewertete Handydaten, gelöschte Chats, Sprachnachrichten und Beobachtungen am Fundort.

Besonders intensiv wurde die Kommunikation zwischen der Angeklagten Gina H. und Fabians Vater Matthias R. beleuchtet. Nach Angaben einer Ermittlerin soll Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden zahlreiche Nachrichten an Matthias R. geschickt haben. Dabei habe sich die Kommunikation weniger um den vermissten Jungen gedreht, sondern vor allem um Gina H. selbst, ihre Probleme und ihre Beziehung zu Matthias R. Auch Eifersucht und finanzielle Abhängigkeit sollen in den ausgewerteten Nachrichten eine Rolle gespielt haben.

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Vor Gericht wurden zudem gelöschte Chatverläufe thematisiert. Ein Bekannter der Angeklagten soll innerhalb weniger Wochen fast 1.500 Nachrichten mit ihr ausgetauscht haben. Ein großer Teil dieser Kommunikation sei später gelöscht worden. Für die Ermittler könnte dieses Verhalten im Zusammenhang mit der Beweiswürdigung von Bedeutung sein.

Emotional besonders belastend war die Aussage einer Polizistin, die am Fundort eingesetzt war. Sie schilderte, wie sie die verbrannte Kinderleiche entdeckt habe, und brach dabei in Tränen aus. Nach ihrer Darstellung sei die Situation bis heute schwer zu verarbeiten. Zugleich beschrieb sie das Verhalten der Angeklagten am Fundort als auffällig ruhig und wenig erschüttert.

Auch ein weiterer Punkt sorgte im Gerichtssaal für Irritation: Nach Fabians Verschwinden soll es Aktivitäten auf seinem Handy beziehungsweise in seinem Google-Konto gegeben haben. Dabei wurde auch über die Rolle eines bekannten TV-Detektivs gesprochen, der sich offenbar ohne offiziellen Auftrag in die Suche eingemischt haben soll.

Der Prozesstag zeigte erneut, wie komplex die Ermittlungen sind. Neben forensischen Spuren geht es immer stärker um digitale Daten, Verhalten nach der Tat und mögliche Motive.