Mordfall Fabian: Jetzt sagt der Psychotherapeut von Gina H. aus

Mordfall Fabian: Psychotherapeut der Angeklagten soll vor Gericht aussagen

Fabian-Prozess: Therapeut schildert Details – Widersprüche über Angeklagte

Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian am Landgericht Rostock könnte der heutige Verhandlungstag neue Einblicke in die psychische Verfassung der Angeklagten Gina H. bringen. Vor Gericht soll ihr Psychotherapeut aussagen. Seine Angaben könnten für die Bewertung der Persönlichkeit der Angeklagten und möglicher innerer Konflikte von Bedeutung sein.

Im bisherigen Prozessverlauf war bereits mehrfach über mögliche psychische Erkrankungen der Angeklagten gesprochen worden. Dabei fielen unter anderem Begriffe wie Borderline-Störung, posttraumatische Belastungsstörung und Depressionen. Zugleich wurden vor Gericht auch Widersprüche thematisiert. So soll Gina H. in der Vergangenheit von schweren Belastungen und Gewalterfahrungen berichtet haben. Einige dieser Angaben konnten jedoch bislang offenbar nicht eindeutig belegt werden.

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Auch ihre Beziehung zu Matthias R., dem Vater des getöteten Jungen, spielte immer wieder eine Rolle. Gina H. soll behauptet haben, innerhalb dieser Beziehung geschlagen worden zu sein. In einem Fall ging es um einen gebrochenen Arm, der nach anderer Darstellung jedoch von einem Sturz vom Pferd stammen könnte. Was davon tatsächlich zutrifft, ist weiterhin unklar.

Ursprünglich sollte auch der Hausarzt der Angeklagten aussagen. Er war demnach von der Schweigepflicht entbunden worden. Diese Entbindung soll beim vergangenen Prozesstag jedoch wieder zurückgenommen worden sein. Warum es dazu kam, ist öffentlich nicht eindeutig bekannt. Beobachter vermuten, dass seine Aussage möglicherweise nicht zur Verteidigungsstrategie gepasst hätte.

Neben dem Psychotherapeuten sollen weitere Zeugen gehört werden. Darunter ist ein Beamter, der ein Campingmesser des Nachbarn Olaf K. sichergestellt haben soll. Dieses Messer war zuvor offenbar verschwunden und später an einem anderen Ort wieder aufgetaucht. Außerdem soll eine Kommissarin aussagen, die Gina H. am 11. Oktober, einen Tag nach Fabians Verschwinden, befragt hatte.

Der Prozesstag könnte damit sowohl psychologische als auch kriminalistische Fragen weiter in den Mittelpunkt rücken.