Mordfall Fabian: Erste Prozesstage geben Einblicke in Familie und Umfeld

Im Mordprozess um den achtjährigen Fabian aus Güstrow wurden in den ersten fünf Prozesstagen zahlreiche Zeugenaussagen gehört, die wichtige Einblicke in das Familienumfeld und den Tagesablauf des Jungen geben. Der Prozess begann am 28. April 2026. Bereits an den ersten Tagen standen die Eltern Fabians, Dorina L. und Matthias R., im Zentrum der Befragungen.
Dorina L. berichtete über die Beziehung zu Matthias R., die 2015 begann und nach der Geburt von Fabian 2017 schwieriger geworden sei. Sie schilderte Konflikte, die zu einer zeitweiligen Trennung führten, wobei Fabian zu diesem Zeitpunkt knapp zwei Jahre alt war. Später berichtete sie über die Bekanntschaft ihres Sohnes mit der Angeklagten Gina H., die Fabian zunächst gut aufgenommen habe. Mit der Zeit habe sich jedoch Fabians Verhältnis zu seinem Vater und Gina H. verändert, bis er schließlich ungern zu seinem Vater gehen wollte. Dabei sollen Beobachtungen wie angebliche Gewalt zwischen Gina H. und Matthias R. Fabians Entscheidung beeinflusst haben.

Am 9. Oktober 2025, einen Tag vor seinem Verschwinden, sei Fabian aufgrund von Nasenbluten von der Schule abgeholt worden. Nachmittags sei er noch einmal draußen gewesen, habe sein Fahrrad mitgenommen, aber keinen Schulranzen, und habe kurz mit Freunden gespielt. Am Tag seines Verschwindens am 10. Oktober 2025 berichtete die Mutter, dass Fabian sich unwohl fühlte und nicht zum Arzt wollte. Sie sei zur Arbeit gegangen und gegen 15:25 Uhr nach Hause gekommen, wo sie feststellte, dass Fabian nicht mehr zu Hause war.
Zeugen aus Fabians Umfeld, darunter Mitarbeiter des Jugendclubs, berichteten über sein Verhalten, seine Freundschaften und seine Aktivität am Computer. Außerdem wurden Überwachungsvideos ausgewertet, die den Zeitraum und Bewegungen in der Umgebung des Wohnorts dokumentierten. Auch Beobachtungen von Nachbarn und ein orangefarbener Pickup wurden thematisiert, wobei genaue Zuordnungen der Fahrzeuge im Prozess noch geprüft werden.

Fabians Vater wurde mehrfach als Zeuge geladen, wobei er teilweise Angaben bestritten oder anders darstellte. Die Staatsanwaltschaft leitete aufgrund von Widersprüchen gegen ihn ein Verfahren wegen des Verdachts der Falschaussage ein.
Diese ersten Prozesstage legten den Grundstein für die Bewertung von Fabians Alltag, familiären Beziehungen und den Umständen seines Verschwindens. Weitere Prozesstage sollen die Untersuchung von Beweisen und Zeugenaussagen fortsetzen.



