Der Poker um den Wechsel von El Mala zum BVB spitzt sich dramatisch zu. Der 1. FC Köln hat das jüngste Angebot von Borussia Dortmund offenbar abgelehnt.
Nach Informationen der kölnahen Medien Express und Geistblock ließ der Zweitligist den Vorstoß platzen. Sky kann dies zwar noch nicht offiziell bestätigen, doch Reporter Marlon Ilbacher hält eine Absage für sehr wahrscheinlich. Die entscheidende Hürde: Köln pocht auf eine fixe Ablösesumme von 50 Millionen Euro, während der BVB bei etwa 45 Millionen plus leicht erreichbaren Boni liegt.
Die Differenz mag gering erscheinen, doch sie entpuppt sich als emotionale Zerreißprobe zwischen den Klubs.
Das Kernproblem liegt in der Struktur des Angebots. Dortmund bot laut übereinstimmenden Berichten eine Summe knapp unter 50 Millionen Euro an, die durch einfach zu erreichende Ziele auf 50 Millionen anwachsen kann. Hinzu kommen fünf weitere, schwerer zu erreichende Boni, die das Paket auf bis zu 55 Millionen Euro steigern.
Köln aber will die 50 Millionen fix – ohne Wenn und Aber. Die Bild-Zeitung berichtet abweichend, dass die Boni gar nicht so leicht zu erreichen seien, doch Sky und Geistblock widersprechen. Zudem ist eine Weiterverkaufsbeteiligung Teil der Verhandlungen, über deren genaue Höhe noch keine Einigkeit besteht.
Der zeitliche Druck wächst, doch aus Kölner Sicht ist das Zögern verständlich. Der Vertrag von El Mala läuft noch bis 2030, weshalb der Zweitligist eine starke Verhandlungsposition besitzt. Man wolle kein Angebot akzeptieren, das unter dem des FC Brentford liege.
Damals, im vergangenen Sommer, hatte sich der Spieler selbst gegen einen Wechsel nach England gewehrt – über die genauen Zahlen wurde viel spekuliert. Mittlerweile kursieren korrigierte Werte von 50 Millionen plus 5 Millionen Boni. Für Köln ist klar: Einen solchen Transfer wickelt man nicht alle Tage ab, jeder zusätzliche Euro zählt.
Die Kölner Medien schüren dabei bewusst Druck. Express und Geistblock berichten emotional und fast schon verärgert über die Dortmunder Angebote. Der BVB hingegen bleibt öffentlich gelassen, was aus Dortmunder Sicht auch taktisch klug ist.
Allerdings steigt der Druck auf den BVB: Will man El Mala unbedingt, muss man entweder die Fixsumme erhöhen oder die Boni anpassen. Die Verantwortlichen wissen, dass die Zeit drängt – Alternativen wie Janis Constantilia oder Ibrahim M Beie sind entweder vom Spielertyp zu weit entfernt oder noch teurer und risikoreicher.
Der Vorwurf, Dortmund habe den richtigen Zeitpunkt verpasst, ist aus Sicht des Reporters abwegig. Der Wechsel von Karim Ademi zum FC Barcelona wurde erst am 23. Juli offiziell, erst danach wurden Mittel für El Mala frei.
Die Ablöse von Ademi und andere ablösefreie Abgänge entlasteten das Gehaltsbudget und ermöglichten erst diesen Poker. Der BVB konnte gar nicht früher aktiv werden. Dennoch muss man konstatieren: Die Nerven liegen blank, und die Medienberichte über ein angebliches Scheitern sind wohl Teil der Verhandlungstaktik.
Hinter den Kulissen läuft ein klassisches Pokerspiel. Köln nutzt jede Möglichkeit, um die letzte Million herauszupressen. Die Fans beider Seiten liefern sich in den sozialen Netzwerken einen erbitterten Krieg, doch das ist von den offiziellen Verhandlungen zu trennen.
Der BVB muss nun entweder komplett einlenken oder ernsthaft über Plan B nachdenken. Jaden Sancho, Jeremai Hernandes oder Ibrahim M Beie werden immer wieder genannt – doch keiner von ihnen hat die klare Überzeugung des BVB, die El Mala genießt.
Es bleibt ein 𝒹𝓇𝒶𝓂𝒶 in mehreren Akten. Der Deal gilt weder als gescheitert noch als sicher. Marlon Ilbacher von Sky spricht von typischem Vorgeplenke, bevor es am Ende doch funktioniert.
Kölns Geschäftsführer Christian Keller wird jede Hebel in Bewegung setzen, um eine historische Ablöse zu erzielen. Der BVB wiederum muss abwägen, ob er die Schmerzgrenze überschreitet. Die 50 Millionen fix sind für Köln die rote Linie.
Die Frage ist, ob Dortmund bereit ist, diesen Preis zu zahlen oder ob man das Risiko eines geplatzten Deals eingeht.
Sollte der Transfer scheitern, wäre das für beide Seiten ein schwerer Schlag. Köln würde eine enorme Einnahme verlieren, Dortmund müsste sich nach Alternativen umsehen, die womöglich nicht die gewünschte Qualität bieten. Die Summen, die heute auf dem Markt verlangt werden, sind absurd – allein die Kombination aus Choko Meka, Fabio Silva und Jan Cout kostete rund 75 Millionen Euro, ohne dass alle drei voll überzeugen konnten.
Der BVB will sich nun auf einen Spieler konzentrieren und endlich einen klaren Schritt machen.
In den nächsten Tagen wird sich entscheiden, ob die Verhandlungen in eine finale Phase gehen oder endgültig platzen. Der BVB hat bislang nur langsam nachgegeben, während Köln keinen Zentimeter gewichen ist. Zuletzt signalisierte Köln immerhin Gesprächsbereitschaft, doch das reicht nicht.
Es wird wohl auf ein Ultimatum hinauslaufen. Dortmund muss wissen, dass weitere Verzögerungen die Chancen auf einen Erfolg schmälern. Die All-In-Paket von 55 Millionen Euro ist bereits auf dem Tisch – der letzte Schritt wäre, die Boni aufzuweichen und die Fixsumme auf 50 Millionen anzuheben.
Aus Kölner Sicht wäre das ein Erfolg. Man hätte den Spieler zum bestmöglichen Preis verkauft, ohne nachgegeben zu haben. Dortmund müsste dann entscheiden, ob El Mala diese Summe wert ist.
Die interne Überzeugung ist da, der Spielertyp passt, die Entwicklungsperspektive ist riesig. In Einzelfällen muss man über die Schmerzgrenze gehen, sonst kauft man am Ende mehrere Spieler, die zusammen noch mehr kosten. Die nächsten Stunden und Tage werden zeigen, ob der BVB bereit ist, diesen Schritt zu gehen – und ob Köln wirklich bereit ist, den Deal platzen zu lassen.
Die Spannung bleibt ungebrochen.



