Die Uhr tickt für Leon Goretzka, und die Optionen werden rasant weniger. Der ehemalige Bayern-Star, seit mehr als sieben Wochen vereinslos, steht vor einer entscheidenden Woche. Während die europäischen Topclubs sich zurückhalten, zeichnet sich ein möglicher Wechsel in die Türkei ab.
Transferexperte Gianluca Di Marzio sieht die Super League als das wahrscheinlichste Ziel für den 31-jährigen Mittelfeldspieler, der nach seinem Abschied vom FC Bayern noch immer auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber ist. Die finanzielle Schlagkraft der türkischen Vereine könnte hier der entscheidende Faktor sein.
Die Ausgangslage schien zu Beginn des Transfersommers vielversprechend. Clubs wie der FC Barcelona, Juventus Turin und der AC Mailand wurden mit Goretzka in Verbindung gebracht. Doch konkrete Verhandlungen blieben aus, und das Interesse ist merklich abgekühlt.
Juventus hat andere Baustellen und müsste erst Spieler verkaufen, bevor sie sich um Goretzka bemühen können. Auch die AC Mailand zeigt sich zurückhaltend. Die Zeit drängt, und die Türkei rückt immer mehr in den Fokus.
Ein entscheidender Faktor sind Goretzkas Gehaltsforderungen. Berichten zufolge verlangt der Mittelfeldspieler rund sieben Millionen Euro netto pro Jahr, plus ein Handgeld von etwa zehn Millionen Euro. Diese Summen schrecken viele Interessenten ab.
Für Di Marzio ist es überraschend, dass ein Spieler mit Goretzkas Erfahrung noch immer keinen neuen Club gefunden hat. Sollte sich in den kommenden Tagen nichts ändern, könnte die Super League tatsächlich die letzte große Option sein.
Die Frage bleibt: Findet Goretzka doch noch einen europäischen Topclub, oder führt sein Weg in die Türkei? Die kommenden Tage werden zeigen, ob der ehemalige Nationalspieler noch einmal auf der großen Bühne auftauchen wird. Die Uhr tickt unerbittlich.
In Köln hat man derweil ein klares Zeichen gesetzt. Der 1. FC Köln hat sein größtes Talent, Elmer Maler, langfristig gebunden.
Der 19-Jährige unterschrieb überraschend einen Vertrag bis 2031. Damit erteilte der Club allen Interessenten eine Absage, darunter Borussia Dortmund, die bereit waren, über 50 Millionen Euro zu zahlen. Auch RB Leipzig bot mehr, doch Köln blieb standhaft.
Die Verlängerung hatte ihren Preis. Berichten zufolge wurden dem Spieler und seiner Familie besondere finanzielle Zugeständnisse gemacht. So sollen die Eltern des Offensivspielers künftig an einer möglichen Ablösesumme beteiligt werden, falls Maler den Verein eines Tages verlässt.
Sein Jahresgehalt soll sich von rund 1,2 Millionen Euro auf deutlich mehr als 2,4 Millionen Euro verdoppeln. Auch sein Bruder Malek profitierte von der Einigung und unterschrieb ebenfalls bis 2031.
Die Investition ist bemerkenswert, denn mehrere Topclubs hatten massiv um den Youngster geworben. Borussia Dortmund war bereit, eine Rekordsumme zu zahlen, doch Köln lehnte ab. Der Club setzt damit auf Kontinuität und zeigt, dass man sein Ausnahmetalent um jeden Preis halten möchte.
Ob sich diese Investition auszahlt, wird die Saison zeigen.
Omar Marmoush steht vor einem weiteren großen Karriereschritt. Nur anderthalb Jahre nach seinem Abschied von Eintracht Frankfurt könnte der Ägypter Manchester City verlassen und sich Tottenham Hotspur anschließen. Laut Transferexperte Fabrizio Romano gibt es zwischen den beiden englischen Clubs bereits eine mündliche Einigung.
Marmoush soll zunächst auf Leihbasis nach London wechseln, mit einer Kaufoption von rund 58 Millionen Euro im kommenden Sommer.
Für Manchester City wäre dieser Deal bemerkenswert, denn der Club hatte Marmoush erst Anfang 2025 für rund 75 Millionen Euro von Frankfurt verpflichtet. Damit würde City bei einem späteren festen Transfer einen deutlichen Verlust nehmen. Marmoush hatte in Manchester zunächst einen starken Eindruck hinterlassen, mit sieben Toren in 16 Einsätzen in seiner ersten Premier-League-Saison.
Doch seine Situation änderte sich, und unter dem neuen Trainer scheint er keine bessere Perspektive zu haben.
Tottenham könnte nun die neue Chance für den Offensivspieler werden. Doch auch in London wartet alles andere als ein sicherer Stammplatz, denn die Konkurrenz in der Offensive ist enorm. Gleichzeitig steht Tottenham nach einer enttäuschenden Vorsaison vor einem kompletten Neustart.
Der Auftakt gegen Bradford verlief mit einer 0:3-Niederlage alles andere als gut. Marmoush könnte einer der Spieler sein, die den Spurs helfen sollen, die Wende zu schaffen.
Beim FC Bayern gibt es endlich positive Signale von den verletzten Spielern. Sowohl Lennard Karl als auch Serge Gnabry arbeiten intensiv an ihrer Rückkehr und könnten schon bald wieder vollständig mit der Mannschaft trainieren. Beide mussten zuletzt lange zuschauen.
Gnabry kämpft seit der vergangenen Saison mit einer hartnäckigen Muskelverletzung im Adduktorenbereich, während Karl aufgrund einer Oberschenkelverletzung sogar die Weltmeisterschaft verpasste.
Bei Lennard Karl könnte es besonders schnell gehen. Schon seit längerem war geplant, dass der Youngster zum Start der neuen Bundesligasaison wieder zur Verfügung steht. Zuletzt absolvierte er bereits Teile des Aufwärmprogramms gemeinsam mit der Mannschaft und arbeitete anschließend individuell weiter.
Nach aktuellem Stand soll Karl im Laufe der neuen Trainingswoche den nächsten Schritt machen und wieder komplett ins Mannschaftstraining einsteigen.
Auch Jamal Musiala steht vor diesem Schritt. Nach seinen individuellen Einheiten soll der Bayern-Star in den kommenden Tagen ebenfalls wieder vollständig mit dem Team trainieren und anschließend an seiner Rückkehr in den Kader arbeiten. Bei Serge Gnabry dürfte dagegen noch etwas mehr Geduld gefragt sein.
Der 30-Jährige soll in etwa zehn Tagen wieder ins komplette Mannschaftstraining einsteigen. Sollte der Zeitplan eingehalten werden, könnte Gnabry noch vor der nächsten Länderspielpause erste Einsatzminuten sammeln.
Für Bayern-Trainer Vincent Kompany wäre das eine wichtige Nachricht, denn mit Karl, Musiala und Gnabry könnten gleich mehrere Offensivspieler zurückkehren. Ob es bei einem der drei bereits für das kommende Bundesligaspiel gegen Stuttgart reicht, wird sich erst im Laufe der Trainingswoche entscheiden.
Nick Woltemade hat offenbar genug von seinem Abenteuer in England und möchte zurück in die Bundesliga. Bei Newcastle United konnte sich der deutsche Nationalspieler bislang nicht dauerhaft durchsetzen, und auch unter dem neuen Trainer scheint seine Zukunft fraglich. Laut Berichten sitzt der 24-Jährige bereits auf gepackten Koffern und möchte sich in Deutschland wieder für die Nationalmannschaft empfehlen.
Schließlich will er unter Bundestrainer Jürgen Klopp wieder eine größere Rolle spielen.
Mit RB Leipzig gibt es offenbar bereits einen interessierten Club. Ein Kauf dürfte für deutsche Vereine allerdings kaum realistisch sein, nachdem Newcastle vor einem Jahr rund 75 Millionen Euro für Woltemade bezahlt hat. Eine Leihe wird deshalb die wahrscheinlichste Lösung sein.
Woltemade hofft, in der Bundesliga wieder an seine alte Form anzuknüpfen und sich für höhere Aufgaben zu empfehlen.
Bei den Bayern hat man Sascha Bo offenbar endgültig klar gemacht, dass es keine Zukunft in München gibt. Beim Supercup gegen Borussia Dortmund fehlte der Franzose überraschend im Kader, obwohl er zuvor noch in den Testspielen zum Einsatz gekommen war. Laut Bild soll dies als deutliches Signal an den Rechtsverteidiger verstanden werden.
Bayern hofft, dass Bo und seine Berater nun intensiver an einer Lösung suchen.
Ein Problem ist allerdings sein Gehalt, während konkrete Angebote bislang fehlen. Eine feste Rückkehr zu Galatasaray scheiterte zuletzt an den Regularien des türkischen Clubs. Bo war 2024 für rund 30 Millionen Euro nach München gewechselt, konnte sich dort aber nie dauerhaft durchsetzen.
Nun bleibt abzuwarten, ob sich doch noch ein Abnehmer findet.
Bei RB Leipzig könnte schon bald zur nächsten spektakulären Rückkehr kommen. Christopher Nkunku steht offenbar unmittelbar vor einem Wechsel zurück in die Bundesliga. Laut Sky soll der Franzose von der AC Mailand zunächst auf Leihbasis nach Leipzig kommen, inklusive Kaufoption.
Nkunku kennt den Club bestens, schließlich spielte er bereits von 2019 bis 2023 dort und entwickelte sich zu einem der gefährlichsten Offensivspieler der Bundesliga.
Besonders in der Saison 2021/22 überzeugte er mit 20 Toren und 15 Vorlagen. Nach dem Abgang von Dani Olmo zu Real Madrid sucht Leipzig dringend Verstärkung, und Nkunku könnte genau diese Lücke schließen. Offiziell wollte RB den Deal allerdings noch nicht bestätigen.
Die Verhandlungen laufen auf Hochtouren, und eine Einigung scheint nah.
Bei João Palhinha scheint das monatelange Wechseltheater endlich vor dem Abschluss zu stehen. Nachdem zahlreiche Clubs wie Tottenham, Aston Villa, Newcastle, Sporting, Milan und Juventus mit dem Portugiesen in Verbindung gebracht wurden, hat sich nun Benfica als Abnehmer herauskristallisiert. Bayern und der portugiesische Club sollen sich nach langen Verhandlungen auf die letzten Details geeinigt haben.
Palhinha befindet sich bereits in Portugal und darf dort offenbar bleiben, weil nur noch Kleinigkeiten zu klären sind. Eine offizielle Bestätigung wird zeitnah erwartet. Bayern soll zunächst rund 14 bis 15 Millionen Euro erhalten.
Durch mögliche Bonuszahlungen könnten noch bis zu fünf Millionen Euro dazukommen. Für die Münchner wäre damit ein weiteres Kapitel der Transferplanung endgültig abgeschlossen.
Die Transferaktivitäten in der Bundesliga und Europa bleiben intensiv. Während Goretzka um seine Zukunft bangt, setzen andere Clubs auf junge Talente und Rückkehrer. Die kommenden Tage werden zeigen, welche Wechsel tatsächlich zustande kommen.
Die Uhr tickt für viele Spieler, und die Entscheidungen fallen jetzt.



