Das Landgericht Rostock erlebte am heutigen Prozesstag eine der bislang brisantesten Wendungen im Mordfall Fabian aus Güstrow. Die Angeklagte Gina H. verlas eine 95-seitige Einlassung, die das Publikum und die Prozessbeteiligten gleichermaßen in Atem hielt.
Bereits am Morgen herrschte ein enormer Andrang vor dem Gerichtssaal, und viele Schaulustige mussten draußen bleiben. Die Justizbeamten kontrollierten diesmal besonders streng, ob alle Zuschauer ihre Handys ausgeschaltet hatten. Eine extra Ansage folgte wenig später: Wer das Handy in der Hand habe, werde umgehend aus dem Saal entfernt.
Grund dafür waren durchgestochene Sprachnachrichten von Gina H. , die nach dem letzten Verhandlungstag in den sozialen Medien aufgetaucht waren.
Der Anwalt Thomas Löcker warnte das Publikum eindringlich: Sollte es zu Kopfschütteln oder Kommentaren kommen, sei der Prozesstag sofort beendet. Richter Holger Schütt bat die Anwesenden, der Angeklagten aufmerksam zuzuhören. Gina H.
wirkte sichtlich verunsichert, als sie mit dem Vorlesen begann. Ihr Anwalt musste sie zunächst ermutigen, überhaupt zu starten. Die Einlassung umfasste 95 Seiten, wie betont wurde, in Schriftgröße 14.
Zunächst schilderte sie, wie sie Fabians Vater Matthias R. kennenlernte. Die Zeit mit den Kindern sei harmonisch gewesen, es habe keine großen Streitigkeiten gegeben.
Die Beziehung zu Fabian selbst beschrieb sie als im Großen und Ganzen normal, mit den üblichen Reibereien.
Dann kam sie auf ihren Lebensgefährten Matthias R. zu sprechen. Dieser habe aufgrund seiner Sucht zu viel getrunken.
Sie habe ihm einen Deal vorgeschlagen: Er solle mit dem Trinken aufhören, und sie höre im Gegenzug auf, sich zu ritzen. Sie gab zu, sein Handy kontrolliert zu haben. Nach einer Weihnachtsfeier entdeckte sie, dass Matthias mit drei verschiedenen Frauen sexuelle Fantasien ausgetauscht hatte.
In ihrer Einlassung beschrieb sie sich selbst als treu und loyal in Beziehungen, aber auch als sehr vereinnahmend. Bei kleinsten Abweichungen werde sie zum Raubtier. Sexualität spiele in keiner ihrer Beziehungen eine Rolle, anders als bei Matthias, der darauf auch länger verzichten könne.
Sie bedauerte, sich nicht mehr um die Bedürfnisse von Fabians Vater gekümmert zu haben. In der Beziehung habe es mehrfach Gewalt gegeben. Einmal habe Matthias ihr den Ellenbogen gebrochen, ein anderes Mal die Rippen gequetscht.
Fabian und ihr eigenes Kind hätten dies mitbekommen. Fabian habe danach den Respekt vor seinem Vater verloren und ihn nicht mehr Papi genannt. Matthias R.
hatte bei seiner Vernehmung ausgesagt, es habe keinerlei Gewalt gegeben. Dann berichtete sie vom Tod ihres Pferdes Tiffi und ihres Stiefvaters im selben Jahr. Dadurch habe sie Angst bekommen, weitere Bezugspersonen zu verlieren, auch ihren Lebensgefährten.
Sie forderte ihn auf, sich immer zu melden oder abzumelden, wofür er wenig Verständnis zeigte. Die Trennung im August sei für sie überraschend gekommen. Es folgten zwei Suizidversuche.
Im September trafen sie sich zufällig an einer Bankfiliale in Krak am See und nahmen den Kontakt wieder auf. Dann ging es um die Blutspur in ihrem Auto, die als Tatindiz gewertet wird. Gina schilderte, wie das Blut auf ein Küchenpapier gelangte und im Auto verblieb.
Im Sommer 2025 sei sie mit Fabian und ihrem eigenen Sohn auf einem Badeausflug gewesen. Dabei habe sich Fabian verletzt und sie habe die Wunde mit einem Küchenpapier abgetupft.
Die Polizei fand dieses Küchenpapier später in ihrem Auto. Diese Erklärung ist bereits Monate alt. Der Blutfleck wurde analysiert, konnte Fabian zugeordnet werden, aber für die Analyse wurde das gesamte Blut benötigt.
Daher konnte nicht mehr festgestellt werden, ob der Fleck tatsächlich aus dem August stammt oder aus dem Mordzeitraum. Über Fabian sagte sie, sie habe das Gefühl gehabt, dass er sie mochte. Er sei neben Matthias der einzige Mensch in der Familie gewesen, mit dem sie sich gerne unterhielt.
Dann sprach sie über den Tod ihres Lieblingspferdes. Ihre Stimme begann zu zittern, und sie kämpfte mit Tränen.
Der Tod des Pferdes habe dazu geführt, dass sie vor allem mit sich selbst beschäftigt war. Sie habe die Trauer von Matthias über seinen Vater nicht richtig wahrnehmen können. Aus heutiger Sicht wisse sie, dass ihr in solchen Momenten die Empathie fehle.
Die Trennung von Matthias sei aus dem Nichts gekommen. In einem anderen Ticker wurde detaillierter über den Tod des Pferdes berichtet. Gina sei unendlich glücklich gewesen, als ihre Großeltern ihr ein Pferd schenkten.
Die Stute sei wie eine beste Freundin gewesen, denn dem Tier habe sie alles erzählen können. Sie habe aber ab und an ihre schlechte Laune an den Pferden ausgelassen und sie mit der Gerte geschlagen.
Danach habe sie sofort ein schlechtes Gewissen gehabt und das Pferd besonders verwöhnt. Bei Pferden merke sie im Gegensatz zu Menschen schnell, wenn sie etwas falsch mache. Einen solchen Trost finde sie bei keinem Menschen.
Ihre Pferde seien ihre Familie. Im Prozess hatten Zeugen ausgesagt, dass Gina ihre Pferde mehr liebe als ihren eigenen Sohn. Das stellte sie klar: Die Liebe für ihren Sohn sei intensiver als für ihr Pferd.
Das werde ihr jetzt jeden Tag schmerzhaft bewusst. Ihr kamen erneut die Tränen. Der Richter unterbrach die Verhandlung für zehn Minuten.
Danach stellte sie klar, dass sie finanziell von Matthias nicht abhängig war.
Sie räumte aber ein, dass es bequem gewesen sei, dass er sich an allen Kosten beteiligte. Sie gab auch zu, bei einem früheren Arbeitgeber einen Sattel gestohlen zu haben. Sie habe einen Mittäter angestachelt, die Schuld auf sich zu nehmen, denn sie hatte Angst, von allen Turnieren ausgeschlossen zu werden.
Sie sei völlig zu Recht gefeuert worden. Die Pacht für die Koppeln werde von ihren Großeltern gezahlt, weit unter 1000 Euro pro Jahr. Die 300 Euro pro Monat für das Futter habe sie sich leisten können.
Sie habe überschaubare monatliche Kosten gehabt, auch wenn sie sich häufig über Geldmangel beklagt habe.
In ihren Sprachnachrichten klang das dramatischer, als hätte sie wirklich keinen Cent mehr. Sie sagte, sie habe Matthias nicht wegen des Geldes zurückgewollt, sondern weil sie ihn liebe. Dann sprach sie über ihre Kindheit.
Sie habe das Gefühl gehabt, nicht gewollt zu sein. Ihre Mutter habe ihr nie Liebe gezeigt und sie geschlagen. Aus der Familie wisse sie, dass ihre Mutter während der Schwangerschaft mit ihr Drogen genommen habe.
Gina erlebte einen Zusammenbruch der Mutter im Drogenrausch. Die Großeltern nahmen sie und ihre Schwester auf und beantragten das Sorgerecht. Da war Gina etwa acht Jahre alt.
Sie wisse nicht, ob ihre Mutter sich an sie erinnern wolle. Sie habe nie gesagt, dass sie Gina liebe. Sie erinnere sich daran, dass ihre Mutter sie schlug und in eine Tagesklinik abschob.
Ihre Großmutter habe ihr erzählt, dass ihre Mutter sie nie geliebt habe und sich lieber um ihre zahlreichen Männer kümmerte. Im Dorf sollte nichts davon die Runde machen, deshalb wurde das Gerücht von einer Krebserkrankung erzählt. Dann kam sie auf ihre Schwester zu sprechen.
Schon als Kind sei sie für ihre Schwester verantwortlich gewesen. Ihrer Schwester fiel vieles leichter als Gina, sie war besser in der Schule und hübscher.
Deshalb sei sie neidisch auf sie gewesen. Dass ihre Schwester wieder Kontakt zu der Mutter habe, störe Gina sehr. Sie wolle ihre Schwester und ihre Mutter nie wiedersehen.
Ihre Schwester hatte vor Gericht ausgesagt, dass sie schlechter als Gina behandelt worden wäre. Das stimme nicht, sagte Gina. Ich werde meiner Schwester niemals verzeihen, dass sie mir die wenigen Freunde ausgespannt hat.
Ihre Schwester sei viel beliebter gewesen. Dann ging es um Gina selbst. Sie könne sich nicht immer richtig selbst einschätzen und ihre Fehler nicht erkennen.
Sie habe von der Erziehungshilfe Gebrauch gemacht, denn sie fühlte sich im Alltag oft überfordert.
Sie merkte, dass sie anders sei als andere, und gibt ihrer Mutter die Schuld dafür. Diese habe ihr nie das Nötige beigebracht, das Leben zu meistern und ein Kind zu erziehen. Es störe sie, wenn behauptet werde, dass sie Männer manipuliere.
Sie beschrieb sich selbst als misstrauisch, eifersüchtig und mit einem Kontrollzwang. Bei Meinungsverschiedenheiten gehe sie oft zu weit, ohne an die Konsequenzen zu denken. Das habe mit ihrer Kindheit zu tun.
Sie sprach von einer Angststörung und dass die Behörden an ihren Krankheiten zweifeln würden. Sie erzählte, dass sie mehrfach vergewaltigt worden sei.
Sie ärgere sich, dass dies im Prozess in Frage gestellt wurde. Jeder, der dies anzweifle, solle sich abgrundtief schämen. Zum Verhältnis zu Männern sagte sie, jede Frau wisse, dass sie mit einem tiefen Ausschnitt bekomme, was sie wolle.
Dass dies bei ihr so herausgestellt werde, sei unfair. Sie sei immer das Bauernopfer. Sie wundere sich, dass sie über sich lesen müsse, dass sie manipulativ sei.
Der Vorwurf, Geld vom Staat zu bekommen, obwohl sie arbeiten könne, störe sie. Sie sei für ihren 86-jährigen Opa und ihre demente Oma als Pflegeperson eingetragen. Sie nehme diese Verantwortung sehr ernst.
Sie müsse in zwei Haushalten arbeiten, putzen, kochen, waschen, Einkäufe erledigen und die Großeltern zu Arzt- und Bankterminen fahren. Dann sprach sie über die Zeugin Heike M. , ihre beste Freundin, die sie schwer belastet hatte.
Heike sei einer der Menschen, die sie immer noch sehr schätze. Heike M. hat inzwischen mit der Angeklagten gebrochen.
Dann ging es um die Beziehung zu dem Tümpelzeugen Christian D. Sie und Christian hätten sich sehr regelmäßig gesehen. Gina habe bei ihm eine Vertrautheit gespürt.
Es habe fast täglich nächtliche Ausflüge mit ihm gegeben, oft bis in den frühen Morgen.
Sie habe Gefühle für ihn entwickelt, sich aber nicht in ihn verliebt. Geflirtet hätten sie aber, denn Christian habe ihr das Gefühl gegeben, dass sie schön und begehrenswert war. Christian D.
hatte die Treffen vor seiner Frau geheim gehalten und vor Gericht ausgesagt, alles sei nur freundschaftlich gewesen. Sie berichtete von regelmäßigen Treffen am Krebssee, auch am 9. und 10.
Oktober, dem Tattag. Diese Treffen mit Christian D. am 9.
Oktober fanden ebenfalls am Krebssee statt. Sie habe die fast täglichen Treffen geheim gehalten, auch gegenüber Fabians Vater, mit dem sie zu diesem Zeitpunkt schon zusammen war.
Sie hätten viel geredet und gelacht, Zärtlichkeiten ausgetauscht, Nähe, Berührung und Küsse. Doch Liebe sei nicht im Spiel gewesen. Die Beziehung zu ihm sei etwas völlig Neues gewesen, und sie wollte ihm gefallen.
Trotz der regelmäßigen Treffen und Küsse konnte man danach unbeschwert miteinander umgehen. Dies wäre mit Matthias niemals möglich gewesen. Er habe immer mehr haben wollen.
Von Anfang an sei klar gewesen, dass Christian D. seine Familie nicht für Gina verlasse. Sie sei enttäuscht, dass Christian so oberflächlich über ihre Beziehung berichtet habe.
Was den Ablauf des 13. Oktober angehe, hätte er einfach die Wahrheit sagen müssen. Christian D.
habe sie dazu gedrängt, nicht die Polizei zu rufen. Er wollte sie nicht schützen, sondern vernichten. Dann ging es um Olaf K.
, mit dem sie als zweites an dem Tümpel bei Klein Upahl war. Olaf K. sei niemals körperlich zudringlich gewesen, aber er habe viele Grenzen überschritten.
Sie fand es schön, von ihm angehimmelt zu werden und ihren ganzen seelischen Müll bei ihm abladen zu können. Sie sprach ausgiebig über intime Details. Olaf habe sich selbst befriedigt, als er mit ihr telefonierte.
Matthias R. habe gesagt, er könne nicht akzeptieren, dass sie weiter Umgang mit Olaf K. habe.
Danach habe Gina den Kontakt über viele Monate abgebrochen. Olaf hatte bei seiner Vernehmung nichts davon erzählt, sich aber als Haus- und Hofsklaven von Gina bezeichnet. Nach der Trennung von Fabians Vater habe Gina wieder mehr Kontakt mit Olaf aufgenommen.
Olaf habe gedroht, für den Fall, dass sie wieder zu Matthias zurückkehre, würde er ihr das Liebste nehmen und die Beziehung zu Matthias zerstören. Sie glaube nicht, dass er damit Fabian gemeint habe. Olaf habe ihren Freund Matthias gehasst.
Als Matthias und Gina wieder ein Paar wurden, habe er ihr gedroht, dass er ihr das Liebste nehme. Olaf ist 30 Jahre älter als Gina. Sie sagte, dass sie ihn nie attraktiv oder begehrenswert fand.
Er sei aber immer als Nachbar hilfsbereit gewesen, und sie habe sich immer gefreut, ihn zu sehen. Er habe sie sehr verwöhnt. Er sei der erste Mann gewesen, der ihr Blumen schenkte.
Aber nach kurzer Zeit habe Olaf ihr gesagt, er habe sexuelle Fantasien von ihr. Er war direkt und plump, aber sie habe sich als Frau bestätigt gefühlt. Dann ging es um die Tage nach Fabians Verschwinden.
Sie behauptete, Olaf und sie hätten sich abgesprochen, einander ein Alibi zu geben und auszusagen, dass sie den ganzen Tag zusammen gewesen seien. Warum diese Absprache getroffen wurde, erläuterte sie nicht. Sie berichtete, dass sie häufig in ihrer Kindheit geärgert und ausgegrenzt wurde.
Daher genoss sie die Aufmerksamkeit von Männern, die ihr sagten, dass sie attraktiv und begehrenswert sei. Um den Zeitraum herum, als Fabian verschwand, sei die Beziehung zwischen ihr und Fabians Vater schlecht gewesen. Auch die vielen Nachrichten, die die beiden ausgetauscht hätten, hätten daran nichts geändert.
Sie sei am Tag vor Fabians Verschwinden nicht in Güstrow gewesen und habe Fabian auch nicht getroffen. In der Zeit habe sie telefoniert, unter anderem mit Christian D. Sie habe auch nicht gewusst, dass Fabian krank war.
Die Kriminalpolizei hatte ermittelt, dass Gina H. am 9. Oktober gegen 14:25 Uhr ein Zeitfenster gehabt habe, in dem sie in Güstrow auf Fabian treffen konnte.
Dieser Aussage widersprach Gina. Sie sagte, sie habe sich von 13 bis 15 Uhr mit Christian D. am Krebssee getroffen und sei an dem Tag nicht in Güstrow gewesen.
Früher hieß es, das Treffen sei von 13 bis 13:47 Uhr gegangen.
Wenn sie aber von 13 bis 15 Uhr am Krebssee war, kann das nicht funktionieren. Die Handydaten müssen dies verifizieren. Nach der Mittagspause berichtete Gina, dass ab dem 8.
Oktober die Stimmung zwischen ihr und Matthias sehr schlecht gewesen sei. Am 9. Oktober gab es das Treffen zwischen 13 und 15 Uhr.
Sie habe ihm auch mehrere Telefonate in der Zeit geführt. Insofern sei es unmöglich, dass sie Fabian für einen kurzen Moment in Güstrow getroffen haben könnte. Der Zeitpunkt, bis wann sie am Krebssee war, ist ein wichtiger Faktor.
Sie sagt bis 15 Uhr, vorher hieß es anhand der Handydaten bis 13:47 Uhr.
Dann ging es um den Tattag, den 10. Oktober. Sie habe um 6:30 Uhr ihren Sohn in die Schule nach Krak am See gebracht.
Dann habe sie in Reimershagen auf der Koppel auf den Hufschmied gewartet, der kurz nach 8 Uhr kam und um 9:45 Uhr fertig war. Danach sei sie nach Güstrow gefahren, um Bankgeschäfte für die Großmutter zu erledigen. Normalerweise bewahre sie die Bankkarte der Oma in der Mittelkonsole ihres Pickups auf.
Als sie in Güstrow bei der Bank parkte, bemerkte sie, dass die Karte nicht da war. Sie suchte im Fußraum und Portemonnaie, dann fiel ihr ein, dass sie die Karte in der Sattelkammer abgelegt hatte.
Sie entschied sich für einen längeren Spaziergang, um klar zu denken. Grund dafür waren die Streitigkeiten mit Fabians Vater. Dabei sei das Foto entstanden, das in der Verhandlung als Indiz vorgebracht wurde.
Sie schickte es an Christian D. Das war im Wald bei Lomen, um 11:09 Uhr. Es wäre wichtig, dass das Kennzeichen des Pickups, der von einer Sicherheitskamera aufgenommen wurde, klar lesbar gemacht werden kann.
Wenn es das Kennzeichen von Ginas Fahrzeug war, wäre ihre Aussage, dass sie bei der Bank parkte und nach der Karte suchte, falsch. Das Fahrzeug wurde aufgenommen, als es zum Wohnhaus von Fabian fuhr.
Nur zehn Minuten später war es auf dem Rückweg, genau in dieser Zeit verschwand Fabian. Das Fahrzeug ist nur im unteren Teil zu sehen. Dann kam sie auf das Ausschalten ihres Handys zu sprechen.
Das Handy war am Tattag für gut eine Stunde ausgeschaltet. Ein Gutachter sagte, das sei ungewöhnlich. Gina habe ihr Handy insgesamt nur dreimal ausgeschaltet.
Sie erklärte, sie habe von Christian D. keine sofortige Antwort auf ihr Foto erhalten und sei enttäuscht gewesen. Sie schaltete das Handy aus, weil sie sonst ständig automatisch zum Handy greifen würde.
Sie sah eine Sucht bei sich.
Sie sei an diesem 10. Oktober verwirrt gewesen, unentschlossen, ob sie mit Matthias weiter eine Beziehung führen solle. Sie schaltete das Handy aus, um zum Nachdenken zu kommen.
An dem Tümpel sei sie zufällig vorbeigefahren. Sie kenne sich da überhaupt nicht aus. Den Tümpel habe sie vorher noch nie gesehen.
Als sie dort vorbeifuhr, bemerkte sie mehrere Menschen und geparkte Autos. Sie wäre nicht so dumm gewesen, an diesen vorbeizufahren, wenn sie etwas mit der Tat zu tun hätte. Den Tümpel habe sie nicht wahrgenommen und vor dem 13.
Oktober noch nie gesehen.
Auf welchem Weg sie später aus dem Wald fuhr, wisse sie nicht mehr. Dass sie dabei an den Tümpel vorbeigefahren sein könnte, habe sie bestimmt nicht registriert. Sie wäre nicht an den Zeugen vorbeigefahren und hätte gewartet oder gedreht.
Vor etwa drei Jahren sei sie im Winter in der Gegend mit den Kindern und einem Pferd zum Schlittenfahren gewesen. Nach dem Spaziergang im Wald habe sie zur Mittagszeit noch mit Christian D. an einem See getroffen, dem Bolzsee.
Sie habe daher gar keine Zeit gehabt, irgendetwas anderes zu machen. Die Handydaten würden das belegen.
Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass Gina nach dem Treffen zum Tümpel gefahren ist, um den Leichnam von Fabian anzuzünden. Im Verlauf der Woche soll ein Digitalforensiker für die Handydaten ein zweites Mal vor Gericht gehört werden. Nach dem Treffen mit Christian D.
sei sie zur Schule ihres Sohnes gefahren, um ihn abzuholen. Dann ging es darum, warum sie ausgerechnet am Tattag ihren Wagen gereinigt hat. Christian D.
habe sie immer wieder damit aufgezogen, dass ihr Auto dreckig sei. Nur deshalb habe sie ihr Auto am Tag geputzt, aber keine chemischen Reinigungsmittel verwendet.
Warum sie rund um Fabians Todestag nach Unfall und Polizei gegoogelt habe, erklärte sie damit, dass die Oma etwas von einem Unfall gehört hatte. Warum sie sich ausgerechnet an dem Tag, an dem Fabian verschwand und getötet wurde, nach dem Befinden von Matthias erkundigte? An dem Tag habe Matthias besonders gesorgt gewirkt.
Er war anders als sonst. Weil sie viele Jahre zusammen waren, habe sie das bemerkt. Daher war klar, dass es etwas mit seiner Familie zu tun haben musste.
Sie dachte, es müsse etwas mit Fabian zu tun haben. Deshalb erkundigte sie sich nach seinem Befinden.
Nachdem sie von Fabians Vater informiert worden war, dass sein Sohn verschwunden sei, wollte sie unbedingt an seiner Seite sein, um ihn zu unterstützen. Dass Fabians Vater ihre Hilfe nicht annahm und im Rahmen der Suche Kontakt mit anderen Frauen hatte, beschäftigte sie mehr als das Verschwinden von Fabian selbst. Sie sagt heute, dieses Verhalten sei völlig daneben gewesen.
Ihre Anwälte hätten ihr gesagt, dass dieses Verhalten für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar sei. Sie gab sich selbstkritisch und sagte, dass sie bis heute nicht wisse, welches Verhalten angemessen sei.
Dann das Thema Google-Suche danach, ob Wildschweine Menschen fressen. Es wird als Indiz gewertet. Gina erklärte die Suche damit, dass sie und Christian am 10.
Oktober schreckliche Szenarien ausmalten, was mit Fabian passiert sein könnte. Sie kam auf einen Film, in dem Tiere tote Menschen fressen, und deshalb habe sie danach gesucht. Kommen wir zum Abend des 13.
Oktober. Heute sagt sie, dass der Vorschlag von Christian D. kam, in Klein Upahl nach Fabian zu suchen.
Die Frage ist, warum sie bei der Polizei etwas anderes ausgesagt hat. Sie sagt in ihrer Einlassung, dass sie ihn schützen wollte.
Am 13. Oktober hatte sich Gina erneut mit Christian am See getroffen, um über die unzähligen Artikel im Fall Fabian zu sprechen. Er habe ihr vorgeschlagen, abends Tiere gucken zu gehen, denn sie sei an dem Tag ziemlich durch den Wind gewesen.
Später habe sie ihm vorgeschlagen, nach Klein und Groß Upahl zu fahren. Den Tipp, dort zu suchen, habe sie bereits in sozialen Medien gelesen. Dort kannte sich Christian gut aus.
Niemand von ihnen hatte damit gerechnet, Fabian zu finden. Es sei gelogen, dass Christian die Taschenlampe im Auto beließ.
Auf dem Weg zum Fundort habe Christian das Nachtsichtgerät um seinen Hals hängen gehabt und den Weg per Taschenlampe ausgeleuchtet. Gina hätte auf dem Weg dorthin gerne seine Hand gehalten. Das sei aber wegen des unwegsamen Geländes nicht möglich gewesen.
Bevor sie den Hochsitz erreichten, habe Christian die Umgebung abgeleuchtet. Wer genau dort etwas Ungewöhnliches erkannt habe, daran könne sie sich nicht mehr erinnern. Christian habe auf jeden Fall gesagt, hier liegt etwas, das wie eine verbrannte Puppe aussieht.
In dem Moment sei sie sich sicher gewesen, dass wir Fabian gefunden haben.
Richter Holger Schütt runzelte die Stirn. Die genaue Route habe nicht sie ausgesucht, sondern Christian. Was er in seiner Aussage vor Gericht behauptet hatte, sei wahrheitswidrig gewesen.
Es sei auch nicht ihre Idee gewesen, über den Acker bis zu dem Tümpel zu gehen, wo Fabian lag. Den Begriff Schweinesuhle habe Christian zuerst genannt. Sie sei davon ausgegangen, dass das ein Fachbegriff unter Jägern sei.
Sie habe den Ort definitiv nicht gekannt. Sie sei nachtblind und habe kaum etwas sehen können. Gina habe ihn dann sofort aufgefordert, die Polizei anzurufen.
Christian habe sie inständig aufgefordert, das nicht zu tun. Als Grund gab er an, dann seine Lizenz als Jäger zu verlieren, da er in fremdem Jagdgebiet unterwegs gewesen sei. Gina kamen die Tränen.
Beide gingen zurück zum Auto und fuhren nach Reimershagen. Christian D. ist Jäger und Metzger.
Er weiß, wie ein toter Mensch aussieht. Wir waren uns gleicher, dass es Fabian ist. Warum sie nicht die Polizei riefen?
Gina spekulierte, dass Christian wohl keinen Ärger mit seiner Frau riskieren wollte, weil er sich wieder mit Gina getroffen hat. Christian hatte das in seiner Aussage genau andersrum dargestellt.
Der Angeklagte habe die Polizei nicht rufen wollen, da es komisch wirke, sagte er. Nachdem Gina zurückgebracht wurde, wollte sie sichergehen, dass es wirklich Fabian war und keine Voodoo-Puppe. Deshalb sprach sie mit Olaf K.
Sie gingen davon aus, dass er damit abgeklärter umgehen wird. Er sei zuerst an die Leiche getreten und habe ihm ins Gesicht geleuchtet. Beide seien sich einig und sicher gewesen, dass es der vermisste Fabian war.
Sie habe sich danach vom Tümpel entfernt. Er sei noch kurz stehen geblieben, und sie wisse nicht, was er da noch gemacht habe.
Gina sagte ihm, er solle mit der Lampe ins Gesicht leuchten. Beide bestätigten, dass es sich um Fabian handelt, auch wenn er später wahrheitswidrig etwas anderes sagte. Olaf habe vor Ort gesagt, er glaube, dass Fabian verbrannt worden sei.
Auch auf dem Weg zum Auto sei Olaf absolut ruhig gewesen. Mehrfach habe sie Olaf gebeten, die Polizei zu rufen. Dieser habe abgelehnt.
Als Begründung gab er an, wir werden doch sofort in Verdacht geraten. Am nächsten Morgen trafen sich die beiden im Stall. Er wollte die Polizei raushalten, und sie fand das unangemessen.
An eins erinnere sie sich noch genau: Er sagte, ich soll der Polizei nicht sagen, dass ich mit Turnschuhen am Fundort war. Sie wirft Olaf K. falsche Behauptungen vor, zum Beispiel, dass sie beim Leichenfund gelacht habe.
Sie könne sich vorstellen, dass er manipuliert wurde. In den Tagen danach sei das Verhalten von Olaf merkwürdig vorgekommen. Besonders ärgere sie sich heute darüber, von Olaf als Monster dargestellt worden zu sein.
Dieser hatte vor Gericht ausgesagt, Gina habe nach dem Leichenfund gelacht. Gina beteuerte, ihr sei ganz bestimmt nicht zum Lachen zumute gewesen.
Sie habe sowohl am Fundort als auch auf dem Weg zurück gezittert und geweint. Dann ging es um den Morgen des 14. Oktober, der Tag, an dem Fabians Leiche offiziell gefunden wurde.
Gina beschrieb, dass sie zunächst ihren Sohn in die Schule brachte. Danach schilderte sie ihrer Freundin Heike am Telefon, was passiert ist und dass niemand die Polizei gerufen hat. Dieses Verhalten war für Heike absolut unverständlich.
Sie selbst habe Christian die Geschichte mit dem Nachtsichtgerät und der gefährdeten Jagdlizenz nie geglaubt. Sie seien noch einmal mit dem Hund zum Tümpel gefahren, obwohl sie sich dabei nicht gut fühlte.
Die Idee, Spuren vom Hund und Heikes Rollstuhl zu verteilen, sei Heikes Idee gewesen, um die Geschichte vom Zufallsfund beim Spaziergang zu untermauern. Später habe Heike einem Polizisten die Wahrheit erzählt, und darüber sei Gina sehr erleichtert gewesen. Fabians Vater habe sie nichts von dem Fund erzählt, weil sie das Erlebte erst einmal selbst verarbeiten musste.
Christian und Olaf rieten ihr davon ab, irgendjemandem davon zu erzählen. Auch weil Matthias in diesen Tagen viel getrunken haben soll und sie keine Lust hatte, so mit ihm zu sprechen.
Sie habe sich geschämt, dass sie nichts erzählte. Fabians Vater habe ihr aber keine Vorwürfe gemacht. Matthias wisse genau, dass ich mit dem Tod Fabians nicht zu tun habe.
Gina H. weiter: Ich habe den Eindruck, dass gar nicht in eine andere Richtung geguckt und ermittelt wurde. Bereits nach wenigen Tagen habe sie im Internet als Täterin festgestanden.
Im Internet wurde so viel über mich geredet, aber keiner denkt darüber nach, was das mit mir macht. Ich fühle mich noch schlechter. Viele Details zu Fabians Tod hätten nach kurzer Zeit in der Presse gestanden.
Dabei dachte sie, dass es ein Leck bei der Polizei geben muss. Gina sagte weiter, dass sie verärgert sei, dass sie den Fall aufklären müsse und viele Beweise nicht ernst genommen wurden. Sie stehe als einzige Tatverdächtige da.
Als sie das sagt, muss Fabians Mutter lachen, und auch ihre Anwältin Christina Beter schmunzelte. Dann knüpfte sich Gina die Indizien vor. Sie habe nicht gewusst, dass ihr Pickup Fahrdaten aufzeichnet.
Dass ausgerechnet die Daten rund um die Tat fehlen, sei einfach Zufall. Sie habe darauf gehofft, dass Daten rekonstruiert werden können, denn das hätte sie entlastet.
Dass sie Turnschuhe bei Olaf versteckt habe, sei gelogen. Viel mehr habe er seine Schuhe gereinigt. Das vierfach diskutierte Messer, das Olaf verloren hatte, habe sie nie gesehen.
Es kam mir seltsam vor, dass er sie bei der Suche nach einem Messer um Hilfe gebeten habe. Gina weiter: Das hat er arrangiert. Ich bin erstaunt, wie gerissen er ist.
Bei der Suche geholfen habe sie ihm nur sporadisch. Das interessierte mich einfach nicht. Zur Flasche Brennspiritus sagt sie, die hat Olaf K.
hingestellt. Sie und Matthias würden solche Flaschen seit Jahren kaufen.
Sie würden diese zum Verbrennen von Müll nutzen. Sie könne sich vorstellen, dass Olaf sowohl den Grillanzünder als auch das Campingmesser gereinigt haben. Olaf K.
habe seine Kleidung vom 13. Oktober verbrannt. Warum?
Das wisse sie nicht. Das werde wohl sein Geheimnis bleiben. Zur Beziehung zu Fabian sagt sie: Fabian habe der Beziehung nie im Wege gestanden.
Sie habe ihn auch nicht als Störenfried empfunden. Ich habe mich in ihm wiedergesehen. Sie begründete es damit, dass er Probleme in der Schule gehabt habe und geärgert worden sei.
Ihre Fantasie von einer Zukunft ohne Fabian und die ganze Familie sei nur Hirngespinste gewesen.
Sie haben Fabian wie einen eigenen Sohn behandelt. Gina ist sicher, dass Fabian die enge Bindung fühlte. Er hat stets die Nähe gesucht und stets gern mit mir geredet.
Er hat mich auch zwischendurch Mama genannt. Sie sei nie eifersüchtig auf Fabian gewesen. Jeder könne bestätigen, dass sie ein sehr gutes Verhältnis zueinander hatten.
Ihr Sohn und Fabian seien befreundet gewesen. Natürlich war Fabian nicht einfach, aber das war ihr Sohn auch nicht. Fabian tat sich schwer damit, dass sein Vater plötzlich eine Freundin hatte.
Am Anfang der Beziehung sei sie eifersüchtig auf Dorina gewesen.
Ich hatte das Gefühl, dass Fabian sich oft einsam fühlte und sein Handy sein bester Freund war. Fabian habe mehr gewogen als andere Mitschüler und war auch nicht so umgänglich. Dann entschuldigte sich Gina bei Fabians Mutter dafür, dass sie sie verdächtigt habe.
Dazu erklärte sie: Einer meiner vielen verzweifelten Versuche, dass die Presse von mir ablässt. Dabei blickte sie Dorina nicht an, sondern starrte weiter auf ihre Einlassung. Sie führte weiter aus: Hätte ich ihn ermordet, hätte ich das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu töten.
Das war der Schlusssatz der Einlassung.
Thomas Löcker kündigte an, dass die Aussage seiner Mandantin möglicherweise noch ergänzt werden könnte. Die 30-Jährige könnte noch ein zweites Mal aussagen. An diesem Tag wollte sie keine Fragen der Verfahrensbeteiligten beantworten.
Es sei zu anstrengend, so Löcker. Richter Holger Schütt bittet um rechtzeitige Mitteilung, weil das länger dauern würde. Möglich wäre nur der 28.
August oder der 1. September. Der vorsitzende Richter ließ durchblicken, dass er sehr viele Fragen hat, vor allem zu den Details der Treffen.
Er sagte: Es kann sein, dass ich das Gericht nicht in Gänze glauben kann, wenn Sie keine Nachfragen zulassen.
Am 16. , 17. und 24.
August stellte die Verteidigung weitere Beweisanträge. Verteidiger Andreas Oben will unter anderem Fabians Fußballtrainerin vorladen. Der Junge habe sich der Trainerin anvertraut und gesagt, er habe vor jemandem Angst.
Diese Aussage wurde in einem Interview getätigt. Bisher konnten alle Versuche, dieses Video wiederzufinden, nicht erfolgreich sein. Die Passage ist weg.
Andreas Oben will auch einen umstrittenen Privatdetektiv und Personen aus sozialen Medien als Zeugen laden. Diese sollen Angaben zu einem Video von Rafaela Jott, einer Freundin von Fabians Mutter, machen.
Rafaela Jott soll schon vor dem Auffinden in einem Video von Klein Upahl gesprochen haben. Das wäre Täterwissen, so Oben. Viele Leute sind auf der Suche nach dieser Originalfassung, wo man erkennen kann, dass dieses am 13.
online gestellt wurde. Es soll relativ schnell wieder gelöscht worden sein. Dieses Video ist für Rechtsanwalt Oben wichtig.
Dann wollen noch zwei Kinder vorladen, die Fabian am Tage seines Verschwindens gegen 13 Uhr vor einer Bäckerei in Güstrow gesehen haben wollen. Sollte sich das bewahrheiten, scheidet eine Täterschaft meiner Mandantschaft zeitlich und räumlich aus.
Weiterhin beantragen die Anwälte von Gina H. auch die Ermittlung von Haltern weiterer orangefarbener Ford Pickups, die ihrem Fahrzeug täuschend ähnlich sehen. In dem Zusammenhang soll auch eine weitere Zeugin geladen werden.
Eine minderjährige Zeugin will Fabian am 10. Oktober um 14:30 Uhr in Güstrow gesehen haben, in Begleitung eines ihr unbekannten arabisch aussehenden Mannes. Auch dieses Mädchen soll vorgeladen werden.
Markus R. , der mit seinem Bruder Matthias R. am 10.
Oktober zusammen gewesen sein soll, soll ebenfalls vernommen werden. Bei der Vernehmung seien keine Zeiten erfragt worden.
Auch keine Angaben zum Auto und den Wegen, die die beiden gefahren sein. Dies wollen die Anwälte vor Gericht nachholen. Staatsanwalt Oliver Schlei weist viele der Beweisanträge ab, zum Teil sogar recht suffisant.
Die Verteidigung wolle mehrere Fahrzeughalter vorladen, weil ihr Auto dem Pickup von Gina H. ähnlich sehe. Die Fahrzeuge sehen gänzlich anders aus als das Fahrzeug von Gina H.
Sobald Sie weitere Halter ähnlicher Fahrzeuge in der Bundesrepublik vorladen wollen, sehen wir dem entgegen. Die Anwälte von Gina H. fordern, das Auto von Christian D.
und die Bewegungsdaten auszulesen.
Staatsanwalt Schlei hat diesen Antrag abgelehnt. Das Auto sei bereits kriminaltechnisch untersucht worden. Die Anwälte wollen darlegen, dass das Treffen von Gina H.
mit Christian D. am Bolzsee so lange gedauert hat, dass sie danach keine Zeit mehr gehabt hätte, die Leiche anzuzünden. Staatsanwalt Schlei sagte sinngemäß: Für den Mord sei nicht entscheidend, wann genau die Leiche in Brand gesetzt worden sei.
Wenn man aber anhand der Daten nachweisen kann, dass das Treffen so lange gedauert hat, dass sie keine Zeit mehr gehabt hätte, die Leiche anzuzünden, ist das ein wichtiger Punkt.
Dann müsste man den Mord an Fabian in Frage stellen. Der Staatsanwalt spricht sich auch gegen die Zeugenaussagen aus, die Fabian am 10. Oktober gesehen haben wollen.
Dies würde nicht zu den Ermittlungsergebnissen passen und sei auf eine Einbildung zurückzuführen. Dies passiere häufiger, wenn gesuchte Personen nicht aus dem Bekanntenkreis gehen. Die Aussagen würden den Prozess nur verlängern und nicht zur Aufklärung beitragen.
Das Gericht hält an seinem Zeitplan fest. Am 3. September könnten bereits die Plädoyers gehalten werden.
Die Kammer muss noch über die Beweisanträge entscheiden.
Es ist noch offen, ob Gina H. ein zweites Mal reden wird, um die Fragen der Prozessbeteiligten zu beantworten. Der Fall bleibt hochkomplex, und die nächsten Verhandlungstage versprechen weitere spannende Enthüllungen.
Die Verteidigung kämpft mit zahlreichen Anträgen gegen die Anklage, während die Staatsanwaltschaft auf ihren Ermittlungsergebnissen beharrt. Die Öffentlichkeit verfolgt den Prozess mit großer Spannung, während die Angeklagte versucht, ihre Version der Ereignisse darzulegen und sich gegen die schweren Vorwürfe zu wehren.


