Fall Esther López: Neue Fragen um die letzte Nacht der jungen Frau

Der Fall der verschwundenen und später tot aufgefundenen Esther López beschäftigt Spanien bis heute. Die 35-Jährige aus Traspinedo verschwand in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar 2022 nach einem Treffen mit Freunden. Erst 23 Tage später wurde ihre Leiche nahe einer Landstraße entdeckt.
Am Abend ihres Verschwindens hatte Esther gemeinsam mit vier Freunden das Fußballspiel zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona verfolgt. Nach mehreren Ortswechseln verbrachte sie die Nacht mit ihren Freunden Óscar, Carlos und anderen Bekannten. Nach Aussagen der Beteiligten soll Esther gegen 2:45 Uhr morgens aus dem Auto von Óscar ausgestiegen sein, nachdem es zu einer Meinungsverschiedenheit gekommen war.
Doch genau diese Darstellung wirft bis heute zahlreiche Fragen auf. Ermittlungen der Guardia Civil ergaben, dass die Mobiltelefone von Esther und Óscar noch lange nach dem angeblichen Ausstieg gemeinsam geortet wurden. Zudem zeigen technische Daten, dass sich beide Geräte in der Nähe von Óscars Wohnort befanden. Auch die Aussagen des Verdächtigen sollen mehrfach von den digitalen Spuren abgewichen sein.
Der Autopsiebericht brachte weitere Erkenntnisse ans Licht. Demnach starb Esther an Organversagen und Unterkühlung, nachdem sie schwere Verletzungen erlitten hatte. Die Gerichtsmediziner gehen von einem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug bei geringer Geschwindigkeit aus. Die Verletzungen hätten jedoch nicht sofort zum Tod geführt. Experten betonen, dass die Frau möglicherweise hätte gerettet werden können, wenn rechtzeitig Hilfe geleistet worden wäre.
Besonders rätselhaft bleibt der Fundort der Leiche. Die Ermittler fanden dort keine typischen Spuren eines Verkehrsunfalls. Deshalb wird vermutet, dass Esther an einem anderen Ort verletzt wurde und ihr Körper später abgelegt wurde.
Obwohl bislang keine Anklage erhoben wurde, gilt Óscar weiterhin als Hauptverdächtiger. Die Familie von Esther hofft, dass die gesammelten Beweise bald zu einem Gerichtsverfahren führen und die Ereignisse jener kalten Januarnacht endgültig aufgeklärt werden.



