Mehr als sieben Jahre nach dem Verschwinden der damals 15-jährigen Rebecca Reusch beschäftigt der Fall weiterhin Ermittler und Öffentlichkeit. Obwohl bis heute weder ein Leichnam noch eindeutige Beweise gefunden wurden, gilt das Verschwinden der Berliner Schülerin als einer der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle Deutschlands.

Rebecca verschwand am Morgen des 18. Februar 2019 aus dem Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers im Berliner Stadtteil Britz. Nach den bisherigen Erkenntnissen verschickte sie am frühen Morgen noch eine Nachricht über Snapchat. Anschließend verlor sich ihre Spur. In der Schule kam sie nie an.
Bereits wenige Tage nach ihrem Verschwinden übernahm die Mordkommission die Ermittlungen. Umfangreiche Suchaktionen in Berlin und Brandenburg mit Spürhunden, Hubschraubern und zahlreichen Einsatzkräften blieben jedoch ohne Erfolg. Trotz tausender Hinweise konnte der Aufenthaltsort der Jugendlichen bis heute nicht geklärt werden.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht seit Jahren Rebeccas Schwager Florian R. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Rebecca das Haus am Morgen ihres Verschwindens nicht mehr lebend verlassen hat. Grundlage dieser Einschätzung sind mehrere Indizien, darunter widersprüchliche Angaben zu den Fahrten seines Fahrzeugs sowie weitere digitale Spuren. Florian R. weist sämtliche Vorwürfe zurück. Gegen ihn wurde bislang keine Anklage erhoben; für ihn gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
Neue Aufmerksamkeit erhielt der Fall im Herbst 2025. Ermittler durchsuchten mit einem Großaufgebot ein Grundstück in Brandenburg, das Angehörigen des Verdächtigen zugerechnet wird. Mehr als 100 Einsatzkräfte sowie Spezialtechnik kamen zum Einsatz, um mögliche Spuren zu sichern. Über die Ergebnisse der Untersuchungen machten Polizei und Staatsanwaltschaft bislang keine näheren Angaben. Nach Abschluss der Suchmaßnahmen gingen weitere Hinweise aus der Bevölkerung ein, die weiterhin ausgewertet werden.

Der Fall zeigt die Schwierigkeiten sogenannter Indizienverfahren. Ohne Leichnam, Tatwaffe oder Geständnis ist eine Anklage rechtlich besonders anspruchsvoll. Gleichzeitig betonen die Ermittlungsbehörden, dass die Untersuchungen keineswegs abgeschlossen seien. Jede neue Spur werde geprüft.
Für Rebeccas Familie bedeutet dies weiterhin ein Leben zwischen Hoffnung und Ungewissheit. Auch Jahre nach ihrem Verschwinden bleibt die entscheidende Frage unbeantwortet: Was geschah am Morgen des 18. Februar 2019 mit Rebecca Reusch? Solange darauf keine eindeutige Antwort gefunden wird, werden die Ermittlungen fortgesetzt.



