Fall Fabian: Geheimes Telefonat zerstört Alibi von Gina H. – Die Angeklagte spricht früh über Grillanzünder und Spuren

Im Prozess um den grausamen Mord an dem achtjährigen Fabian aus Güstrow erschüttert ein abgehörtes Telefonat die Verhandlung. Die 30-jährige Stiefmutter Gina H. steht unter dem dringenden Verdacht, ihren Stiefsohn heimtückisch getötet zu haben. Nun kommt ans Licht: Sie sprach bereits früh über einen Grillanzünder und Spuren im Auto – zu einem Zeitpunkt, als die Öffentlichkeit noch nichts vom verkohlten Leichnam des Jungen wusste.

Das Telefonat, das alles verändertFabian aus Güstrow ermordet – Karte zeichnet Tatverlauf nach

In einem abgehörten Gespräch, das die Ermittler auswerten konnten, sagt Gina H. einen Satz, der wie ein Geständnis klingt: „Ich bete, dass der Brandbeschleuniger nicht im Auto ist.“ Dieser eine Satz, gesprochen lange bevor die verkohlte Leiche des Kindes gefunden wurde, lässt die Staatsanwaltschaft aufhorchen. Für die Anklage ist dies ein klarer Beweis für Täterwissen. Woher sollte Gina H. von einem Brandbeschleuniger wissen, wenn sie angeblich nichts mit dem Verbrechen zu tun hatte?

Der Fall hatte Deutschland bereits im Oktober 2025 erschüttert. Der achtjährige Fabian verschwand spurlos aus seinem Zuhause. Nur neun Minuten nachdem eine Überwachungskamera den orangefarbenen Ford Ranger von Gina H. vor dem Haus aufgenommen hatte, verlor das Handy des Jungen das Signal. Gina selbst fotografierte ihr Auto genau an dieser Stelle – kurz bevor Fabian für immer verschwand.

Gina H. emotionslos nach Fund von Fabians Leiche | Ostseewelle HIT-RADIO  Mecklenburg-VorpommernErdrückende Indizien gegen die Stiefmutter

Die Beweislage gegen Gina H. ist erdrückend. Im Wagen wurden Blutspuren und Fasern des Jungen gefunden. Zeugen beobachteten ihr Fahrzeug in der Nähe des späteren Leichenfundorts. Ihr Handy war exakt im mutmaßlichen Tatzeitraum für 1,5 Stunden ausgeschaltet – das erste Mal seit dem Kauf. Statt bei der Suche zu helfen, soll sie ein falsches Alibi organisiert haben. Sie bat einen Bekannten, zu behaupten, sie seien den ganzen Tag zusammen gewesen.

Noch schockierender: Gina H. identifizierte die verkohlte Leiche ihres Stiefsohns in stockfinsterer Nacht mit den Worten „Zu 100 % Fabian“. Am nächsten Tag koordinierte sie angeblich ihr Alibi und nannte den Jungen in Nachrichten nur noch „es“. Sie soll sogar angeboten haben, Fotos vom toten Kind zu machen.

Der Vater im Zwielicht

Auch der leibliche Vater Matthias R. steht zunehmend im Fokus der Ermittlungen. Zunächst belastete er Gina H. schwer, später widerrief er seine Aussagen im Gerichtssaal. Eine Sprachnachricht, in der Gina ihn fragte, ob sie ihm Bescheid sagen soll, wann sie auf die Toilette geht, zerstörte seine Behauptung einer harmonischen Beziehung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch gegen ihn wegen möglicher Falschaussage.

Kalte Berechnung statt TrauerMordfall Fabian aus Güstrow: Gina H. verschickte bizarre Sprachnachrichten

Zeugenaussagen malen ein verstörendes Bild von Gina H. Statt Trauer zeigte sie angeblich Kälte. Eine enge Freundin berichtete, Gina habe am Handy gespielt, während die Polizei eintraf. Sie soll den Hund gezielt zur Leiche geführt und einen inszenierten Zufallsfund geplant haben. Die Verteidigung spricht von medialem Druck und psychischer Belastung. Die Staatsanwaltschaft hingegen sieht ein Muster aus Kontrolle, Eifersucht und heimtückischem Mord.

Der Prozess nähert sich einem Höhepunkt. Im August soll Gina H. selbst aussagen. Für die Familie des kleinen Fabian und die ganze Region bleibt die Frage quälend: Wie konnte ein achtjähriges Kind in seinem eigenen Zuhause auf so grausame Weise sterben? Und welche Rolle spielte jeder Beteiligte wirklich?

Der Fall Fabian ist längst mehr als nur ein Kriminalfall. Er steht für das Versagen von Schutzmechanismen, für toxische Beziehungen und für die Frage, wie gut wir die Menschen kennen, denen wir unsere Kinder anvertrauen. Die Öffentlichkeit verfolgt jede neue Wendung mit Fassungslosigkeit – und hofft auf Gerechtigkeit für den kleinen Fabian.