6 Tote nach Schüssen in Stade: Polizei nimmt mutmaßlichen Täter nach Flucht fest

Nach der tödlichen Schießerei in einer Mutter-Kind-Einrichtung im niedersächsischen Stade dauern die Ermittlungen der Polizei mit Hochdruck an. Bei der Gewalttat kamen insgesamt sechs Menschen ums Leben. Fünf Opfer starben noch am Tatort, eine weitere Person erlag später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Alle Opfer waren Erwachsene und arbeiteten in der Jugendhilfeeinrichtung.

Streit um Baby - 6 Tote in Mutter-Kind-Heim: Es ging ums Sorgerecht |  krone.atNach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 45-jährigen Mann aus dem Raum Hannover. Er soll am Montagmittag einen Termin in der Einrichtung wahrgenommen haben, der im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit um seine wenige Monate alte Tochter stand. Während des Treffens eröffnete der Mann plötzlich das Feuer. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass der Sorgerechtskonflikt das wahrscheinliche Motiv für die Tat war.

Unmittelbar nach den Schüssen flüchtete der Verdächtige gemeinsam mit einer Begleiterin in einem Auto. Mehrere Polizeistreifen nahmen die Verfolgung auf. Der Fluchtwagen konnte wenig später gestoppt werden. Der Tatverdächtige wurde widerstandslos festgenommen. Auch die Fahrerin, eine 65-jährige Frau, wurde vorläufig in Gewahrsam genommen, da geprüft wird, ob sie dem Mann bei der Flucht geholfen hat. Die mutmaßliche Tatwaffe wurde sichergestellt.

Stade: Sechs Tote bei Schusswaffenangriff – Verdächtiger ist 45-jähriger  Deutscher | STERN.de

Die Identifizierung aller Opfer ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Die Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet und bittet Zeugen, Fotos oder Videos des Vorfalls über ein Hinweisportal zur Verfügung zu stellen. Nach aktuellen Angaben bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung.

Die Bluttat hat bundesweit Bestürzung ausgelöst. Niedersachsens Innenministerin sprach von einem erschütternden Einzelfall. Auch zahlreiche Politiker drückten den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. Die Ermittlungen zu den genauen Abläufen und Hintergründen der Tat dauern weiterhin an.