ordfall Fabian: Bewegende Zeugenaussagen am 17. Prozesstag in Rostock

Am Landgericht Rostock ist der 17. Prozesstag im Mordfall um den achtjährigen Fabian zu Ende gegangen. Insgesamt sagten am heutigen Verhandlungstag fünf Zeugen aus. Zusammen mit dem Vortag wurden damit innerhalb von zwei Tagen 13 Zeugenaussagen vor Gericht gehört. Die Aussagen unterschieden sich dabei deutlich – sowohl inhaltlich als auch in ihrer Aussagekraft.
Am Vormittag standen zunächst drei Zeuginnen aus dem direkten nachbarschaftlichen Umfeld der Angeklagten Gina H. im Mittelpunkt. Ihre Aussagen basierten vor allem auf persönlichen Eindrücken und Beobachtungen. Verteidiger Andreas Ohm bezeichnete diese Schilderungen in seinem abschließenden Statement als „Dorftratsch“. Dennoch beschrieb eine der Zeuginnen sehr eindrücklich, welchen Eindruck Gina H. am Tag der Tat und in den darauffolgenden Tagen auf sie gemacht habe. Dabei wurde deutlich, wie sehr die Ereignisse auch das Umfeld emotional belasteten.
Besonders bewegend war die Aussage von Sabine H., einer engen Familienfreundin der Familie von Gina H. Sie weinte bitterlich vor Gericht und schilderte ein Telefonat, das sie bis heute bereue. Nachdem sie erfahren hatte, dass die Ex-Freundin von Matthias R. am Fundort gewesen sein soll, habe sie Gina H. kontaktiert. Erwartet habe sie eine emotional gebrochene Frau. Stattdessen habe Gina H. auf sie kalt und distanziert gewirkt.
Nach Aussage der Zeugin habe Gina H. weniger über den schrecklichen Fundort gesprochen, sondern vielmehr über die angebliche Hetzjagd der Medien geklagt. Zudem soll sie gesagt haben, Fabian sei gar nicht so ein toller Mensch gewesen, wie er nun dargestellt werde.
Diese Aussage hinterließ im Gerichtssaal einen besonders starken Eindruck. Sabine H. erklärte, sie habe lange an das Gute in Gina H. geglaubt. Nach diesem Telefonat sei für sie jedoch eine Welt zerbrochen.
Der Prozess soll am 7. Juli fortgesetzt werden, bevor eine einmonatige Sommerpause beginnt.



