Fast sieben Jahre nach dem brutalen Mafia-Mord am Wiener Lugeck ist den Ermittlern ein bedeutender Schlag gegen die organisierte Kriminalität gelungen. Österreichische Zielfahnder konnten einen mutmaßlichen Täter in Italien aufspüren und festnehmen. Der 33-jährige Montenegriner wurde am Sonntag in der Küstenstadt Rimini von italienischen Spezialeinheiten verhaftet. Gegen ihn lag ein europäischer Haftbefehl der Staatsanwaltschaft Wien vor.

Der Mann steht im Verdacht, am 21. Dezember 2018 gemeinsam mit mehreren Komplizen einen Rivalen aus dem Drogenmilieu mitten in der Wiener Innenstadt erschossen zu haben. Damals fielen an der Ecke Lugeck und Wollzeile mehrere Schüsse. Ein 32-jähriger Montenegriner starb noch am Tatort, ein weiterer Mann wurde lebensgefährlich verletzt. Die Tat sorgte damals europaweit für Schlagzeilen und löste eine groß angelegte Fahndung aus.
Nach Angaben des Bundeskriminalamts soll der Festgenommene dem berüchtigten Škaljari-Clan angehören. Das Opfer wiederum wurde dem rivalisierenden Kavac-Clan zugerechnet. Beide Gruppen liefern sich seit Jahren eine blutige Fehde, die ihren Ursprung offenbar in einem spektakulären Kokain-Diebstahl im Jahr 2014 hat. Damals verschwanden rund 200 Kilogramm Kokain aus einem Versteck im spanischen Valencia.
Seitdem eskalierte der Konflikt zwischen den Clans immer weiter. In Montenegro, Serbien, Österreich und anderen europäischen Ländern kam es wiederholt zu brutalen Racheakten, bei denen bereits Dutzende Menschen ums Leben kamen.
Eine wichtige Rolle bei den aktuellen Ermittlungen spielte die Ermittlungsgruppe AGA, die gemeinsam mit internationalen Behörden verschlüsselte Chats der Clanmitglieder auswertete. Die Behörden hoffen nun, durch die Festnahme weitere Hintergründe des Wiener Mafia-Mordes aufklären zu können.



