Ich bin mit 67 Jahren und 40 Jahren Militärerfahrung zum ersten Mal in meinem Leben richtig wütend geworden – als mir mein Apotheker flüsterte, dass meine Tochter starke Beruhigungsmittel für mich…

Ich bin mit 67 Jahren und 40 Jahren Militärerfahrung zum ersten Mal in meinem Leben richtig wütend geworden – als mir mein Apotheker flüsterte, dass meine Tochter starke Beruhigungsmittel für mich...

„Elisabeth, mein Kind, ich habe eine ganz besondere Überraschung für dich. “

Sie strahlte mich an, und ich spürte, wie sich mein Magen zusammenzog. Die Frau, die vor mir stand, war dieselbe, die ich vor 42 Jahren zum ersten Mal in den Armen gehalten hatte. Dieselben Augen, dasselbe Lächeln.

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Aber in diesen Augen sah ich jetzt etwas, das mich frösteln ließ. Alle Verwandten hatten sich im Wohnzimmer versammelt. Fünfzehn Menschen, die gekommen waren, um den Geburtstag meiner Tochter zu feiern. Die Torte stand auf dem Tisch, Kerzen brannten, und überall wurde gelacht.

„Papa, du bist so süß“, sagte Elisabeth und nahm meine Hand. „Du musstest nicht extra so viele Leute einladen. “

Ich ließ ihre Hand los und ging langsam zu dem kleinen Tisch an der Wand. Darauf stand der Laptop, den Werner mir vor zwei Tagen installiert hatte.

Ich hörte mein Herz in den Ohren schlagen, aber meine Hand war ruhig, als ich den Bildschirm aufweckte. „Das ist ein kleines Geschenk von mir“, sagte ich und drehte mich zu ihr um. „Ein Video über deine Fürsorge. “

Sie lachte nervös.

„Ein Video? Papa, was redest du da? “

Ich drückte eine Taste. Auf dem Bildschirm erschien meine Küche.

Ich erkannte sofort die Aufnahme von gestern, die versteckte Kamera hinter der Gardine. Elisabeth stand mit dem Rücken zur Kamera und telefonierte. „Klaus, es hat funktioniert. Ich habe ihm die doppelte Dosis gegeben.

Endlich werden wir diesen Idioten los, Schatz. Ich hatte diesen faltigen, verrückten Mann so satt. “

Die Stimmung im Raum veränderte sich sofort. Das Lachen erstarb.

Die Gläser wurden abgesetzt. Meine Schwester Greta starrte fassungslos auf den Bildschirm. Elisabeth wurde weiß wie Kalk. „Papa, was ist das?

Das ist nicht echt! Schalt das ab! “

Ich schüttelte nur den Kopf und drückte die Lautstärke höher. „Jetzt gehört das Haus uns.

Die Lebensversicherung läuft und wir haben alle rechtlichen Vollmachten. Der Plan ist perfekt. “

Mitten in diesem Satz betrat Klaus die Küche, und alle sahen ihn selbst auf dem Bildschirm. Wie er den Koffer öffnete.

Wie er die gefälschten Papiere herausholte. Wie Elisabeth die Insulinspritze aus ihrer Handtasche zog. „Diese Insulindosis wird wie ein Herzinfarkt aussehen. “

Die Worte schlugen in den Raum ein wie eine Bombe.

Niemand in meinem Wohnzimmer sprach. Kein einziger von den fünfzehn Menschen, die gekommen waren, um Geburtstag zu feiern, regte sich. Meine Schwester Greta erhob sich von ihrem Stuhl. Ihre Hände zitterten so stark, dass sie sich an der Tischkante festhalten musste.

„Elisabeth“, flüsterte sie. „Wie konntest du nur? Wie konntest du nur so etwas tun? “

Mein Bruder Hans kam auf mich zu und legte mir die Hand auf die Schulter.

Er sagte nichts. Er musste nichts sagen. Ich hörte jemanden weinen, aber ich wusste nicht genau, wer es war. In diesem Moment ging Klaus zur Tür.

„Warte mal“, sagte ich ruhig. „Wir sind noch nicht fertig. “

Heinrich und Werner standen schon an der Tür. Als Klaus an ihnen vorbeiwollte, stellten sie sich ihm in den Weg.

„Klaus Steiner“, sagte ich und spürte, wie meine Stimme eisig klang. „Und Elisabeth Huber. Ihr seid angeklagt wegen geplanten Mordes, versuchten Totschlags, Betrugs und Urkundenfälschung. “

Elisabeth brach zusammen.

Ihre Beine knickten ein, sie griff nach dem Tisch, aber ihre Beine gaben nach. „Papa, bitte. Es tut mir so leid. Wir brauchten das Geld.

Klaus hat mich dazu gedrängt. Ich wusste nicht, was ich tat. “

„Halt die Klappe, du dumme Kuh! “, schrie Klaus.

„Fünfzehn Jahre geplant hast du diesen Plan. Jetzt spiel hier nicht das unschuldige Mädchen! “

Sie brüllten sich an, genau da, vor allen Verwandten. Die Gäste, die eigentlich zum Feiern gekommen waren, starrten fassungslos auf das Spektakel.

Dann öffnete sich die Tür. Kommissar Weber trat ein, gefolgt von drei Polizisten in Zivil. Er kannte mich seit Jahren, wir hatten zusammen in der Armee gedient. „Polizei“, sagte er mit ruhiger Stimme.

„Niemand verlässt den Raum. “

Elisabeths Blick fiel auf ihn, und in diesem Moment musste sie endgültig begreifen, was ich getan hatte. Sie versuchte zu fliehen, lief auf die Küche zu, aber einer der Polizisten trat ihr in den Weg. „Nein, nein, nein“, schrie sie.

„Ihr könnt mich nicht festnehmen. Ich bin das Opfer hier! “

„Du bist nicht das Opfer, Elisabeth“, sagte Kommissar Weber und legte ihr die Handschellen an. „Du bist die Täterin.

Ihr hattet vor, einen alten Mann zu ermorden. Euren eigenen Vater. Ich habe noch nie so etwas Widerliches erlebt. “

Er wandte sich an Klaus, der sich immer noch gegen die beiden Männer wehrte, die ihn festhielten.

„Und du. Du bist derjenige, der die Idee mit der Lebensversicherung hatte, nicht wahr? “

Klaus antwortete nicht. Er sah aus wie ein Tier in der Falle.

Ich zog einen Umschlag aus meiner Innentasche. „Hier sind alle Beweise“, sagte ich zu Kommissar Weber und reichte ihm den Umschlag. „Die gefälschten Rezepte, die Vollmachten, die Abschrift der Lebensversicherungspolice, die gefälschte Unterschrift. Und der Ausdruck der Videoaufnahmen von gestern.

Weber nickte. „Danke, Franz. Das wird reichen, um beide vor Gericht zu bringen. “

Elisabeth fing an, hysterisch zu weinen.

Es waren laute, schluchzende Laute, die niemanden mehr rührten. In einem letzten Versuch wandte sie sich an mich. Ihre Augen waren rot und verschwollen vom Weinen. „Papa, vergib mir.

Bitte. Ich schwöre bei Mama, dass ich dir das alles zurückzahlen werde. Ich mache alles wieder gut. Ich liebe dich doch, du bist alles, was ich habe.

Ich stand da und sah sie an. Meine Tochter. Das kleine Mädchen, das früher immer an meiner Hand gehen wollte, das mich fragte, ob ich es tragen könnte, wenn es müde war. Das Mädchen, das ich stolz in den Armen gehalten hatte, als es geboren wurde.

„Du warst meine einzige Tochter, Elisabeth“, sagte ich, und meine Stimme klang ruhig. „Meine wunderschöne Prinzessin. Du warst mein ganzer Stolz. Ich hätte dir alles gegeben, was ich habe.

Mein Haus, mein Geld, mein Leben. Du hättest nichts zu tun brauchen, als mich zu fragen. “

Ich machte eine Pause. „Aber du hast mich beleidigt.

Du hast mich belogen. Du hast mich manipuliert. Und du hast versucht, mich umzubringen. Für ein paar Euro.

Dieses Geschenk kann ich dir nicht mehr machen. Nicht einmal für dich. Nicht einmal jetzt. “

Sie brach mit einem lauten Schrei zusammen und ließ sich auf den Boden fallen.

Die Polizisten halfen ihr wieder auf und führten sie ab. Der Raum war still. Wir konnten alle hören, wie unten das Polizeiauto wegfuhr. „Franz“, sagte meine Schwester Greta leise und kam zu mir.

„Es tut mir so leid. Wenn ich gewusst hätte, dass Elisabeth zu solchen Dingen fähig ist…“

Ich schüttelte den Kopf. „Niemand konnte das wissen, Greta. Niemand.

Die Verwandten gingen einer nach dem anderen. Manche konnten mir kaum in die Augen sehen. Manche umarmten mich stumm. Aber alle waren unter Schock.

Am Ende blieb nur noch ich zurück. Und die Wand mit den Fotos. Ich ging zu dem Foto von Elisabeths Taufe. Ich erinnerte mich noch genau an den Moment, der Fotograf hatte uns erwischt, als ich sie hochhielt.

Sie hatte gelacht. Alle hatten gelacht. Ich zog das Foto aus dem Rahmen und drehte es um. „Du warst einmal meine Tochter, Elisabeth“, flüsterte ich.

„Aber eine Tochter, die ihren Vater ermorden will, ist keine Tochter mehr. “

Ich legte das Foto mit dem Gesicht zur Wand in den Rahmen zurück. Sechs Monate später saß ich in meinem Lieblingssessel und las die Zeitung. Die Schlagzeile auf der ersten Seite lautete: „Tochter zu fünfzehn Jahren Haft verurteilt: Mordplan gegen den eigenen Vater“.

Kommissar Weber hatte mich am Tag zuvor angerufen und mir alles erzählt. Elisabeth hatte die Höchststrafe bekommen. Klaus zwölf Jahre. Der angebliche Dr.

Weber aus Wien, der in Wirklichkeit ein entlassener Arzt war, der schon mehrere gefälschte Rezepte in Umlauf gebracht hatte, war zwei Monate zuvor verurteilt worden. Das Telefon klingelte. Heinrich Waltner. „Franz“, sagte seine Stimme.

„Wie geht es dir? “

„Sehr gut, alter Freund“, antwortete ich. „Besser als je zuvor in den letzten Jahren. “

„Hast du schon von Elisabeth gehört?

Sie soll einen Antrag auf vorzeitige Entlassung gestellt haben. “

Ich schwieg kurz. „Nein“, sagte ich dann. „Und ich will auch nichts davon wissen.

„Verständlich“, sagte Heinrich. Er hörte sich müde an. „Manchmal muss man sich einfach von gewissen Leuten trennen. Sogar aus der eigenen Familie.

„Sogar dann. Besonders dann. “

Ich legte auf und stellte die Tasse Kaffee auf den Tisch. Schwarzer Kaffee, stark und bitter, genau wie ich ihn liebte.

Ich stand auf und machte mich fertig für den Spaziergang in die Stadt. Die Morgensonne schien durch die karierten Vorhänge meines Schlafzimmers und warf warme Lichtstreifen auf die Holzvertäfelung. Meine alten Knochen protestierten wie immer, aber mein Geist war klar. Auf dem Weg zur Apotheke traf ich Paul Kendler vor der Tür.

„Herr Oberst“, sagte er und zog seine goldgeränderte Brille herunter. „Ich habe von dem Urteil gehört. Wie geht es Ihnen? “

„Sehr gut, Paul.

Danke der Nachfrage. “

Er sah mich einen Moment lang an. Dann nickte er. „Das ist gut.

Sehr gut. Wenn Sie irgendetwas brauchen, Sie wissen, wo ich zu finden bin. “

Ich nickte und ging weiter. Unten an der Getreidegasse, nur wenige Minuten zu Fuß von meinem Haus entfernt, blieb ich stehen.

Ich sah hinauf zu dem blauen Himmel und dachte an Maria. Sie hätte nicht gewusst, was sie mit dieser Situation anfangen sollte. Sie hätte geweint. Sie hätte versucht, sie zu verteidigen.

Maria, meinte ich, unser kleines Mädchen hat uns beide verraten. Nicht nur mich. Dich auch. Sie hat alles zerstört, was wir aufgebaut haben, für ein paar Euro.

Ich atmete tief durch und setzte meinen Weg fort. Das Leben ging weiter. Deutsche, ich lerne gerade zu sagen: Manchmal schmerzt die Wahrheit mehr als jede Verletzung. Als ich an diesem Abend wieder in meinem Wohnzimmer saß, öffnete ich ein neues Buch, das Heinrich mir geschenkt hatte.

Ein Band über die Geschichte der Monarchie. Es war ein einfaches Leben, ein ruhiges Leben. Aber ich hatte gelernt, dass Familie nicht automatisch Liebe bedeutet. Franz Huber hatte gelernt, dass ein alter Soldat niemals aufgibt.

Und dass manchmal die wichtigste Lektion, die man zu erteilen hat, die eigene Familie daran zu erinnern ist, dass Verrat einen Preis hat und dass Gerechtigkeit nicht immer so schmeckt, wie man es erwartet hat. Ich schlug die erste Seite auf und begann zu lesen. Die Sonne schien durch die Fenster meines Hauses. Meines Hauses.

Das für immer mir gehören würde.