Es war früh am Morgen, als ich zum ersten Mal den verzweifelten Griff nach der Alufolie machte. Die Türklinke war wieder voller Speichel – ein fremder Hund hatte sich in der Nacht an meinem Haus zu schaffen gemacht. Ich wohne am Waldrand, und die Tiere kamen und gingen, wie sie wollten. Also riss ich einen großen Streifen Alufolie ab und formte eine Kugel.

Ich legte sie in einen Gefrierbeutel, füllte ihn zur Hälfte mit Wasser, drückte die Luft heraus und verschloss ihn. Mit einem Zahnstocher stach ich ein Loch hinein, fädelte einen Faden durch und knotete ihn. Die Enden des Fadens verband ich miteinander. Dann hing ich den Beutel an die Türklinke meiner Eingangstür.
Das reflektierende Licht von Wasser und Folie sollte Tiere abschrecken. Ich hatte wenig Hoffnung, aber am nächsten Morgen war die Klinke sauber. Kein Hund, keine Katze. Ich traute meinen Augen nicht.
Der Erfolg machte mich mutig. Ich wollte mehr. Die Ameisen auf der Terrasse waren der nächste Feind. Sie zogen in einer festen Spur über die Steinplatten.
Ich streute einfach Pfeffer auf ihren Weg. Sie stoppten, zögerten, und kehrten um. Eine unüberwindbare Barriere. Ich streute Pfeffer unter die Tür und unter die Fenster.
Die Ameisen kamen nie wieder ins Haus. Doch dann hörte ich von einem Trick, der noch stärker sein sollte. Knoblauch. Ich schälte eine Zehe und schnitt die Spitze ab – das setzte die schützende Substanz frei.
Dann rieb ich die Haustür vorsichtig damit ein. Eine dünne Schicht genügte. Ich rieb auch die Balkonfenster und die Türrahmen. Der scharfe Geruch war überwältigend.
Insekten wie Ameisen, Kakerlaken und Spinnen würden diesen Duft nicht ertragen. Ich spürte, wie mein Haus sich langsam in eine Festung verwandelte. Aber es gab noch eine Kombination, die mich neugierig machte: Lorbeerblatt in einer Eierschale. Ich streute Salz in eine Schale, ließ etwa zwei Zentimeter frei.
In die Mitte stellte ich eine leere Eierschale. Ein Lorbeerblatt legte ich hinein, weitere steckte ich um die Eierschale herum ins Salz. Dann stellte ich die Schale an die Türschwelle. Der Duft, der aufstieg, war eigenartig – aber er wirkte.
Kein Insekt kam mehr über die Schwelle. Sollte eines doch hineingeraten, trocknete das Salz seinen Panzer aus. Und dann war da noch der Aberglaube: Die Schale sollte nur gute Energie ins Haus lassen. Ich glaubte nicht wirklich daran, aber ich ließ sie stehen.
Eines Tages fiel mir ein, dass die Balkontür immer offen stand, wenn ich hinausging. Sie hatte außen keine Klinke. Ich nahm eine hölzerne Wäscheklammer und ein Haargummi. Ich zog das Gummi über die Klammer, genau an der Stelle, wo sie normalerweise auf die Leine geklemmt wird.
Dann befestigte ich die Klammer an der Türklinke der Balkontür. Als ich hinausging, zog ich die Tür hinter mir zu – die Klammer hielt sie geschlossen. Ich konnte jederzeit wieder öffnen. Seitdem kühlte oder heizte ich den Raum nicht mehr unnötig aus.
Aber der Lärm von draußen störte meinen Schlaf. Ich nahm ein Handtuch, etwa so breit wie die Tür. Ich legte es auf den Boden und schob es vorsichtig unter den Türspalt. Dann rollte ich es zu einer festen Rolle und befestigte beide Enden mit Gummibändern an der Tür.
Das Handtuch schmiegte sich an, blockierte Lärm und Licht. Ich schlief tiefer als je zuvor. Dann erinnerte ich mich an einen alten Trick mit Salz. Ich füllte eine Schale zur Hälfte mit Salz.
Ich schnitt den oberen Teil einer Knoblauchknolle ab und platzierte sie in der Mitte. Getrocknete Lorbeerblätter steckte ich rundherum ins Salz. Die Schale stellte ich neben die Eingangstür. Die Mischung vertrieb noch mehr Ungeziefer.
Meine Großmutter hätte gestaunt. Zum Schluss probierte ich etwas völlig Neues. Ich schnitt eine Limette in zwei Hälften, entfernte die Spitze, damit sie stabil stand. Ich legte eine Hälfte in eine Schale und bestreute sie großzügig mit Salz.
Die Schale stellte ich über Nacht unter mein Bett. Der Duft der Limette war beruhigend. Ich schlief sofort ein und wachte erfrischt auf. Am nächsten Morgen ging ich zur Tür.
Die Alufolie hing noch. Die Schalen standen. Das Handtuch lag. Mein Haus war ruhig, sauber, geschützt.
Ich wusste nicht, ob es die Magie war oder einfach die Chemie der Natur. Aber es funktionierte. Und ich hatte jeden Trick selbst ausprobiert.


