Sie klickte auf »Transkript anzeigen«. Der Bildschirm lud, lud, und dann stand da: Transkripte sind für dieses Video nicht verfügbar. Sie las den Satz zweimal. Drückte F5.

Das Video sprang zurück, sie spulte nach vorn, klickte erneut. Dieselbe Antwort. Der Herausgeber habe den Zugriff aus Datenschutz- oder Urheberrechtsgründen eingeschränkt. Höflich.
Sachlich. Fertig. Eine Tür, die von innen zugezogen wurde, mit einem Zettel dran: Entschuldigen Sie die Unannehmlichkeiten. Dabei hatte sie die Worte gebraucht.
Nicht zum Spaß, nicht aus Neugier. Jemand hatte in diesem Video etwas gesagt, das sie festhalten, zitieren, weitergeben wollte. Ohne Transkript blieb nur die Stimme. Und die Stimme war flüchtig.
Sie ließ das Video noch einmal laufen. Diesmal suchte sie nicht nach dem Knopf. Sie griff zum Stift und schrieb mit, was sie hörte – ungenau, lückenhaft, aber Satz für Satz mit eigenen Händen festgehalten. Es wurde nicht das Transkript, das sie haben wollte.
Es wurde etwas anderes. Die Mauer auf dem Bildschirm blieb stehen, aber das Zuhören war frei.


