„Ich sehe aus wie ein Typ. Oh mein Gott, ich kann mich selbst nicht angucken. Es funktioniert. Ich ziehe das durch.

Ich ziehe es wirklich durch! “
Ich stand vor dem Spiegel, das Gesicht halb mit Make-up verschmiert, das ich eigentlich gerade wieder abwaschen sollte. Aber der Plan war zu gut. Ich wollte als Mann verkleidet angeln gehen, nur um zu sehen, ob die Leute mich dann anders behandeln.
Ein Sozialexperiment. Und ich war schon jetzt völlig hyped. „Shorts unter die Camouflage-Hose, damit niemand die Form sieht“, rief ich in die Kamera. „Großes, weites Hemd.
Alles schön flach. Dann nehme ich am Ende die Haare runter, und die Leute werden mich komplett anders behandeln. Ich weiß es einfach. “
Das Problem war nur: Ich hatte nichts zum Anziehen.
Wirklich nichts. Alles, was ich besaß, war figurbetont, cropped oder einfach zu hübsch für die Rolle. „Ich habe keine einzige Männerklamotte! “, stöhnte ich.
„Ich habe entgegengesetzte Männerklamotten. Wie soll ich so angeln gehen? “
Meine Zuschauer amüsierten sich prächtig. Jemand schrieb: „Zieh einen Müllsack an.
“ Ich kicherte. „Wo soll ich mit einem Müllsack angeln gehen? “
Ich kramte in meinem Schrank wie eine Verrückte. Eine alte Flanell-Jacke tauchte auf.
„Oh mein Gott, ich glaube, ich habe einen Flanell! “ Ich zog sie über und drehte mich vor dem Spiegel. Immer noch zu hübsch. Immer noch zu weiblich.
„Wir machen einen Mann-Dutt“, entschied ich und steckte meine Haare nach oben. „Oder eine Skimask? Nein, keine Skimask, da schwitze ich schon jetzt drunter. “
Dann die Brust.
Ich musste sie flach machen. Ich hatte einen Sport-BH angezogen, aber es reichte nicht. Jemand schlug eine Ace-Bandage vor. Ich überlegte.
„Wir kriegen das hin“, sagte ich und machte mich an die Arbeit. Nach einer gefühlten Ewigkeit stand ich da: Camouflage-Hose, weites Hemd, Flanell darüber, Cap, Sonnenbrille, Haar versteckt. Ich sah auf mein Spiegelbild und grinste. Es war nicht perfekt, aber es war gut genug.
„Okay“, sagte ich leise zu mir selbst. „Jetzt brauche ich nur noch einen Angelschein. “
Und dann wurde mir klar: Dafür musste ich mit jemandem reden. Mit einem echten Menschen.
Und ich musste meine Männerstimme üben. „Sie werden sagen: ‚Was? ‘“, flüsterte ich. „Ich muss denen erklären, dass ich einen Angelschein will.
In meiner Männerstimme. Oh Gott. “


