Der Joker sticht: Undav schießt Deutschland zum Sieg gegen die Elfenbeinküste

Der Joker sticht Undav schießt Deutschland zum Sieg gegen die Elfenbeinküste

Deutschland hat auch sein zweites WM-Spiel gewonnen: Die DFB-Elf siegte mit 2:1 (0:1) gegen die Elfenbeinküste. Die DFB-Elf zeigte keine gute Leistung, aber Dank Joker Deniz Undav ist das Weiterkommen schon perfekt.

WM 2026: Deutschland gegen Elfenbeinküste - die Tore

Die Ivorer waren in Toronto nicht unverdient in Führung gegangen. Der Treffer von Kapitän Franck Kessié (30.) brachte die Deutschen ins Hintertreffen. Und eine Reaktion ließ erst einmal auf sich Warten. Die Westafrikaner, die ungeschlagen durch die WM-Quali marschiert sind, waren in der zweiten Hälfte sogar dichter am zweiten Treffer.

Doch ein Dreifachwechsel von Bundestrainer Julian Nagelsmann brachte den Sieg: Ausgerechnet Undav, der beim 7:1 gegen Curacao nach seiner Einwechslung mit einem Tor und zwei Vorlagen geglänzt hatte, war wieder als Einwechselspieler erfolgreich – 1:1 (68.). Und als schon alles nach einem Remis aussah, schlug der Vollblutstürmer noch ein zweites Mal zu (90.+4). Der Rest war deutscher Jubel.

Deutschland mit gutem Beginn, Pavlovic-Tor zählt nicht

Die Deutschen waren sehr gut ins Spiel gekommen. Mittelstürmer Kai Havertz verbuchte nach wenigen Sekunden den ersten Abschluss. Deutlich gefährlicher wurde es nach einer Flanke von Joshua Kimmich, Havertz köpfte aufs untere Eck, aber Yahia Fofana parierte sicher (10.). Acht Minuten später zog Jamal Musiala wuchtig vom Sechzehner ab, verfehlte das Tor aber um einen halben Meter.

Das Tor zählt nicht: Aleksandar Pavlovic ist entsetzt.

Wie erwartet attackierten die Ivorer mit Yan Diomande die rechte deutsche Seite – und brachten die Abwehr so das eine oder andere Mal ins Schwimmen. Nach einem Havertz-Ballverlust ging es schnell. Diomande legte für Konan ab, dessen Flanke Nathaniel Brown im ersten Versuch nicht entschärfen konnte. Der Frankfurter blockte aber danach gegen Wilfried Singo – Glück gehabt (12.).

Pech hatte die DFB-Elf kurz darauf – und das gleich doppelt: Erst wurde der Schuss von Felix Nmecha noch abgefälscht und sauste knapp drüber (21.). Und nach der folgenden Ecke setzte sich Aleksandar Pavlovic im Luftzweikampf gegen Fofana durch 1:0? Nein! Schiedsrichter Juan Gabriel Benitez entschied aber auf Foul des vermeintlichen Torschützen, der den Ball nicht berührt hatte.

WM 2026: Undav schiesst DFB-Elf gegen Elfenbeinküste zum Sieg | Nau.ch

Bitter – Gegentor mit Ansage

Deutschland war am Drücker, nach der Trinkpause ging aber die Elfenbeinküste in Führung. Wieder setzte sich Diomande auf dem Flügel gegen Kimmich durch. Nach seiner Hereingabe konnte Brown noch gegen Amad Traoré noch blocken. Den Nachschuss versenkte jedoch Kapitän Franck Kessié aus fünf Metern problemlos. 0:1 aus deutscher Sicht (30.) und ein Gegentreffer mit Ansage! Unverständlich, dass der DFB-Kapitän da nicht mehr Unterstützung seiner Mitspieler bekam.

Der Treffer zeigte Wirkung. Die Deutschen brauchten ein bisschen, um sich vom Rückstand zu erholen. Aber sie kamen vor der Pause noch mal auf. Einem Tor von Havertz wurde wegen eines vorangegangen Fouls zu Recht die Anerkennung verweigert (38.). Florian Wirtz brauchte gleich zweimal zu lange für seinen Abschluss, sodass keine Gefahr aufkam (40./45.+7).

Deutschland gegen Elfenbeinküste im Liveticker: Zwei DFB-Tore zählen nicht,  die Ivorer machen das 1:0

Chancen für die Elfenbeinküste im Minutentakt

Die Ivorer kamen allerdings selbstbewusst aus der Pause – und nutzten deutsche Fehler. Pavlovic und Nmecha bekamen im Mittelfeld keinen Zugriff mehr. Kessié zog aus dem Mittelfeld auf uns davon, sein Abschluss war aber schließlich kein Problem für Manuel Neuer (50.). Nur eine Minute schoss Inao Oulai aus bester Lage drüber. Und wiederum nur zwei Zeigerumdrehungen später klärte die Innenverteidigung, in der Antonio Rüdiger den angeschlagenen Nico Schlotterbeck ersetzt hatte, im letzten Moment. Und Diomande schoss vorbei (56.).

Undav drückt der Schlussphase seinen Stempel auf

Nach einer Stunde hatte Nagelsmann genug: Deniz Undav, Jamie Leweling und Nadiem Amiri kamen für Musiala, Sané und Pavlovic. Für Gefahr sorgte erst noch eine Ecke von Kimmich. Fofana unterlief den Ball, der dahinter lauernde Havertz köpfte am Tor vorbei (64.). Dann aber zahlte sich der Wechsel bereits aus. Amiri flankte aus dem Halbfeld mit Zug vors Tor. Dort hatte sich Undav davongestohlen und drosch den Ball volley zum 1:1 ins Netz (68.).

2:1 gegen Elfenbeinküste: Undav rettet Deutschlands Elf

Doch einen Ruck im deutschen Team brachte das Tor nicht. Erst in den letzten Spielminuten ging es noch mal hoch her. Erst rettete der ebenfalls eingewechselte Leon Goretzka in höchster Not (88.). Auf der anderen Seite scheiterte Brown an Fofana (89.). Auch Amiri konnte den Schlussmann nicht überwinden (90.+1).

Mit dem 1:1 wollte sich aber besonders einer nicht zufrieden geben. Einen harten Vertikalpass von Nmecha nahm Undav perfekt an und traf noch ein zweites Mal – 2:1 (90.+). Und kurz darauf war Schluss.

Ausblick

Für Deutschland geht es am Donnerstag (22 Uhr MESZ) in New York/New Jersey weiter gegen Ecuador. Die Elfenbeinküste trifft zeitgleich in Philadelphia auf Curacao.