Interview: Nach wie vor keine Tatwaffe | Fall Fabian

Mordprozess um Fabian: Zeugen liefern kaum neue Erkenntnisse – Verteidigung sieht offene Fragen

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Am jüngsten Verhandlungstag im Mordprozess um den achtjährigen Fabian standen erneut mehrere Polizeibeamte als Zeugen vor dem Landgericht Rostock. Nach Einschätzung der Verteidigung brachten ihre Aussagen jedoch keine entscheidenden neuen Erkenntnisse zur Aufklärung des Falles.

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Ein Polizeibeamter berichtete über den Tag des Leichenfundes am 14. Oktober 2025, an dem er die Angeklagte Gina H. mehrere Stunden begleitet hatte. Dabei schilderte er persönliche Eindrücke sowie spontane Äußerungen der Angeklagten, die ihm ungewöhnlich erschienen. Konkrete Aussagen zur Tat selbst konnte der Beamte jedoch nicht machen, da zu diesem Zeitpunkt noch kein Tatverdacht gegen Gina H. bestand.

Ein weiterer Ermittler erläuterte die bisherigen Ermittlungsmaßnahmen, die nach Angaben der Verteidigung bereits aus den Akten bekannt seien und weder belastende noch entlastende neue Aspekte enthielten. Zudem sagte eine Polizeibeamtin zu den Vernehmungen eines Zeugen aus, der sich am Tattag mit der Angeklagten getroffen haben soll. Dabei blieb insbesondere die Dauer dieses Treffens unklar. Unterschiedliche Zeitangaben könnten nach Auffassung der Verteidigung Auswirkungen auf die Rekonstruktion des mutmaßlichen Tatablaufs haben.

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Diskutiert wurde außerdem eine Arbeitshypothese der Ermittler, wonach Gina H. möglicherweise bereits einen Tag vor dem Verschwinden Kontakt zu Fabian gehabt haben könnte. Die Verteidigung bezeichnete diese Annahme als spekulativ und verwies auf fehlende objektive Belege.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch die Frage nach der möglichen Tatwaffe. Nach Angaben eines Polizeibeamten war ein Messer, das zeitweise als mögliche Tatwaffe diskutiert worden war, noch bis kurz vor dem 23. Oktober regelmäßig benutzt worden. Aus Sicht der Verteidigung spricht dies gegen die Annahme, dass es sich um das Tatmesser handeln könnte.

In den kommenden Verhandlungstagen sollen Experten der Operativen Fallanalyse sowie weitere Zeugen gehört werden. Nach der Anfang Juli beginnenden Sommerpause wird zudem eine Einlassung der Angeklagten erwartet. Deren Inhalt ließ die Verteidigung jedoch offen und betonte, dass es nach ihrer Einschätzung keine geständige Erklärung geben werde.