Mordfall Fabian: Zeuge schildert schockierenden Moment am Fundort

Der elfte Prozesstag im Mordfall um den achtjährigen Fabian am Landgericht Rostock ist beendet. Im Mittelpunkt stand die Aussage des Zeugen Christian D., der sich rund viereinhalb Stunden den Fragen des Gerichts, der Staatsanwaltschaft, der Verteidigung und der Nebenklage stellen musste.
Christian D. und die Angeklagte Gina H. stammen aus demselben Ort und kannten sich zunächst nur vom Sehen. Erst im September 2025 sollen sie über Facebook miteinander in Kontakt gekommen sein. Danach entwickelte sich innerhalb von nur 28 Tagen ein äußerst intensiver Austausch. Nach Angaben im Gericht wurden in dieser Zeit 1.431 Nachrichten zwischen den beiden verschickt. Der Zeuge betonte mehrfach, dass es sich um eine rein freundschaftliche Beziehung gehandelt habe. Gleichzeitig hielten ihm Gericht und Verteidigung vor, dass sich in den Chats auch anzügliche Nachrichten, Sprachnachrichten und Fotos befunden haben sollen.

Besonders eindrücklich wurde die Aussage, als Christian D. schilderte, wie Gina H. ihn am Abend des 13. Oktober 2025 nach Klein Upahl geführt haben soll. Dort sei er in der Nähe eines Tümpels auf etwas gestoßen, das er zunächst für Rohre gehalten habe. Als er es berührt habe, soll Gina H. laut seiner Darstellung gerufen haben: „Oh mein Gott, es ist Fabian.“
Der Zeuge beschrieb, dass er in diesem Moment völlig geschockt gewesen sei. Er habe das Gefühl gehabt, als würden sich „Scheuklappen“ um ihn legen. Danach habe er den Ort verlassen. Warum er nicht sofort die Polizei alarmierte, konnte er vor Gericht jedoch nicht überzeugend erklären.
Die Verteidiger von Gina H. betonten erneut, dass sich die Angeklagte im weiteren Verlauf des Prozesses noch zur Anklage äußern müsse. Eine zentrale Frage bleibt dabei: Warum soll Gina H. zwei Männer noch vor dem offiziellen Fund des Kindes zum späteren Tatort geführt haben?



