Tragödie in Ludwigsburg: Zwei junge Frauen sterben bei mutmaßlichem Autorennen

Die Trauer in Ludwigsburg sitzt tief. Nur wenige Tage nach dem verheerenden Unfall auf der Schwieberdinger Straße kämpfen Familie und Freunde noch immer mit dem unfassbaren Verlust. Die 22-jährige Selin und ihre beste Freundin Merve kamen am Donnerstagabend bei einem schweren Zusammenstoß ums Leben. Für die Angehörigen brach von einer Sekunde auf die andere eine Welt zusammen.

Unfall in Ludwigsburg: Feuerwehrauto kollidiert bei Einsatzfahrt mit Auto –  zwei Verletzte - News - Esslinger Zeitung

„Wir sind am Boden zerstört“, sagt Benan Ergün, Cousin der verstorbenen Selin. Seit Tagen habe die Familie kaum geschlafen oder gegessen. Niemand wolle die Eltern der jungen Frau allein lassen. Selin sei lebensfroh, laut und immer für andere da gewesen. Besonders tragisch: Ihre Freundin Merve wollte Ende April heiraten.

Nach bisherigen Ermittlungen sollen sich zwei Männer mit stark überhöhter Geschwindigkeit ein illegales Rennen geliefert haben. Gegen 20 Uhr raste ein Mercedes mit voller Wucht in das Auto der beiden Frauen, nachdem diese eine Tankstelle verlassen hatten. Der Wagen wurde über die vierspurige Straße geschleudert und prallte gegen einen Baum. Für Selin und Merve kam jede Hilfe zu spät.

Trauerfeier: Mutter und Sohn nach Lastwagen-Unfall beigesetzt | STERN.de

Anwohner berichten seit Jahren von Rasern auf der Schwieberdinger Straße. Viele verstehen nicht, warum dort weder feste Blitzer noch ausreichend Polizeikontrollen existieren. „Es hätte jeden treffen können“, sagt eine Augenzeugin, die den Aufprall hörte und sofort zur Unfallstelle lief.

Vor Ort erinnern heute Kerzen, Blumen und persönliche Botschaften an die beiden jungen Frauen. Die Anteilnahme in der Stadt ist groß. Für die Familie bleibt jedoch vor allem die Frage, warum eine solche Tragödie nicht verhindert werden konnte.

Inferno in der Schweiz: Neue Details zu Todesopfern – jüngstes ist nur 14 Jahre alt

Benan Ergün fordert nun härtere Strafen gegen illegale Straßenrennen: „Menschen dürfen nicht denken, dass sie mit 150 Stundenkilometern durch eine Stadt fahren können, ohne Konsequenzen zu fürchten.“